Friedenspreisträgerin Emcke: Hass in Deutschland hat neue Qualität
Köln (APA/dpa) - Hass und Extremismus haben nach Einschätzung von Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in Deutschland eine neue Qualität erre...
Köln (APA/dpa) - Hass und Extremismus haben nach Einschätzung von Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in Deutschland eine neue Qualität erreicht. „Man kann sagen, dass es immer dieses Sediment von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie gab“, sagte sie am Donnerstagabend bei der Lit.Cologne in Köln. Verändert habe sich aber die Qualität. Die Scham sei weggefallen.
„Man kann nicht sagen, dass das an der Peripherie des Gesellschaft passiert. Ich denke, wir haben Extremismus im Zentrum“, sagte Emcke. Sie nannte als Beispiel die Briefe, die ihr zu ihren Artikeln zugeschickt würden. Da habe es auch früher schon nicht besonders freundliche gegeben - allerdings ohne Namen und Adresse des Absenders. Heute sei das anders. Die Absender seien geradezu stolz antisemitisch und homophob. Das sei ein Symptom für die Veränderung.
Die 49-Jährige wurde im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. In ihrem Buch „Gegen den Hass“ wendet sich die promovierte Philosophin gegen den nationalistischen und religiösen Fanatismus und setzt dagegen die Kultur der Vielfalt.