Neue Schule als Lichtblick
Der Prutzer Frizzey-Light-Verein hat eine Schule in Nepal errichtet. Das Projekt ist für viele Kinder ein Hoffnungsschimmer.
Von Matthias Reichle
Prutz, Nepal –„Es ist eine der schönsten Landschaften – wie im Paradies“, schwärmen Frizzey Greif und seine Lebensgefährtin Christine Jarosch – für die Menschen, die dort leben, ist es jedoch die Hölle. „Kein fließend Wasser, Toiletten im Freien, die Leute schlafen auf dem Erdboden und eine Isomatte ist ein Luxus“, beschreibt der Prutzer Künstler die Lebensbedingungen in Nepal.
Ihre Hilfsorganisation „Frizzey Light“ hat sich dem Land nach den schweren Erdbeben 2015 angenommen und war im wahrsten Sinn des Wortes ein Lichtblick für viele dort. Nun wurde ein erstes großes Projekt im Sindhupalchok District abgeschlossen: die „Frizzey Light School“. Mit Spendengeldern aus ganz Tirol wurde eine erdbebensichere Grundschule für die Menschen in Jogidanda errichtet. Kürzlich reisten die beiden Prutzer nach Nepal, um das Gebäude einzuweihen. „Die Dankbarkeit war riesig“, so Frizzey, dem nach nepalesischem Brauch so viele Tücher um den Hals gehängt wurden, bis er sich kaum noch rühren konnte. Wie auch bei seinem letzten Besuch startete Greif eine Hilfstour und klapperte mit zwei Krankenschwestern und Sherpas vergessene Dörfer ab, in denen es keine medizinische Hilfe gibt. Sie waren im Gebiet zwischen Lukla, dem höchsten und gefährlichsten Flughafen der Welt, und Phaplu sowie im Mankha-Gebiet unterwegs. Im Gepäck Anoraks, Schlafsäcke, Mützen und andere lebenswichtige Gegenstände, die vor Ort angefertigt worden waren. Die Gruppe nahm dafür tagelange Fahrten in unwegsamem Gelände und Fußmärsche auf sich. „Lebensgefährliche Pfade führten zwölf Stunden lang bis auf 3000 m Höhe hinauf“, so Frizzey. „Unsere Sherpas bekamen Bergschuhe aus Tirol, damit sie nicht mehr mit Flip-Flops zusätzlich ihr Leben riskieren.“
Frizzey erlebte bei seiner Reise auch viel Kurioses: Nach einer Pressekonferenz mit zwölf TV-Stationen in Nepal berichtete ein Medium am nächsten Tag vom „Australian artist Fedrich Grief“. Die Straßen waren so schlecht, dass das Hilfsteam in seinem Bus permanent hin- und hergeschleudert wurde, weshalb ihn Greif kurzerhand „Rolling Stone“ taufte. Greif ließ das Logo der Hilfsorganisation an der Wand anbringen, „damit diese Schule von korrupten Regierungsbeamten nicht antastbar wird“, wie er betonte. Von der einmonatigen Reise kamen die beiden bereits mit Ideen für neue Projekte nachhause. Wer den Verein unterstützen will: Spendenkonto bei der Raiba Oberland: IBAN: AT75 3635 9000 0102 8224, BIC: RZTIAT22359.