SBO - Arbeitszeitmodell und Kurzarbeit tragen Ternitz durch die Krise
Wien/Ternitz (APA) - Mit den in Österreich bewährten Arbeitszeit- und Kurzarbeits-Modellen soll die Belegschaft des börsennotierten Ölfeldau...
Wien/Ternitz (APA) - Mit den in Österreich bewährten Arbeitszeit- und Kurzarbeits-Modellen soll die Belegschaft des börsennotierten Ölfeldausrüsters SBO in Ternitz in Niederösterreich weiter durch die noch anhaltende Krise „getragen“ werden. Schon beim Job-Abbau im Konzern in den letzten beiden Jahren kam Ternitz besser weg. Vorerst bis Juli wurde die Kurzarbeit verlängert, bei Bedarf soll erneut ein Antrag kommen.
2015 und 2016 ist der Ölfeldausrüster-Bereich weltweit im stärksten Abschwung der letzten 30 Jahre gesteckt und musste laut SBO-Chef Gerald Grohmann 500.000 Jobs abbauen - die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment weltweit 40 Prozent, in Amerika sogar 50 Prozent, in Österreich jedoch nur 30 Prozent. Solcherart sank die Gesamtzahl der Mitarbeiter bei SBO von Ende 2014 bis Ende 2016 von 1.720 auf 1.034, jedoch ohne den 2016 erfolgten Zukauf der texanischen Downhole Technology, die bisher größte SBO-Akquisition. Mit dem Erwerb stieg die Zahl um 5,7 Prozent von 1.135 auf 1.200 Mitarbeiter. In Österreich sank die Zahl binnen Jahresfrist von 376 auf 315.
Vergleichsweise „besser davongekommen“ im SBO-Konzern sei der Standort Ternitz in NÖ, „weil wir hier ein Arbeitszeitmodell implementiert haben, über das die Sozialpartner seit Jahren streiten“, meinte Grohmann am Freitag im Bilanzpressegespräch. Dieses Modell ermögliche es, die „Zyklizität“ der Branche „bestmöglich zu meistern, um nicht Mitarbeiter im Downcycle abbauen zu müssen“. Dabei könnten die Mitarbeiter Stunden, die sie in „guten“ Zeiten angespart hätten, verzinst nutzen. Ähnliches gelte für das Instrument der Kurzarbeit, das im Einvernehmen mit dem Betriebsrat bis Juli verlängert worden sei. Die Kurzarbeit sichere Jobs - das sei nötig, weil diesmal der Abschwung der Branche zwei Jahre anstatt sonst ein Jahr dauere -, da in dieser Zeit auch keine Kündigungen möglich seien.
Zum Standort Ternitz müsse man sich ansehen, wie sich das dort abgewickelte Geschäft erhole. Ternitz sei mit Produktgruppen befasst, die im Zyklus etwas später dran seien - im Abschwung ein Vorteil, im Aufschwung aber ein Nachteil, so der SBO-Chef. Ziehe das Ternitz-Geschäft im ersten Halbjahr 2017 an, dann müsse die Kurzarbeit wohl nicht verlängert werden, gab Grohmann zu verstehen, aber: „Falls nötig werden wir eine Verlängerung beantragen.“
In Nordamerika sei eine Markterholung schon eingetreten, international aber noch nicht, sagte der SBO-Chef.
~ ISIN AT0000946652 WEB http://www.sbo.co.at ~ APA273 2017-03-17/12:36