Intimität war gestern: „Salutations“ von Conor Oberst - Popnews
Wien (APA) - *...
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Conor Oberst hat erst im Herbst vergangenen Jahres das intime Album „Ruminations“ veröffentlicht. Als reine Solo-Arbeit mit Klavier, Akustikgitarre und Harmonika waren die Songs aber nie geplant gewesen. Daher kommen die Lieder nun auch als Bandversion heraus. Das ausgezeichnete Album „Salutations“ enthält außerdem sieben zusätzliche, ebenfalls sehr gelungene Songs. Der US-Singer-Songwriter Oberst hat „Salutations“ gemeinsam mit Schlagzeug-Legende Jim Keltner produziert. Mitgearbeitet haben Musikerkollegen wie die Felice Brothers, Jonathan Wilson und M Ward. Backing Vocals steuerten Gillian Welch und Jim James bei. Keltner ließ es sich zudem nicht nehmen, selbst an den Drums Platz zu nehmen.
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Live ist er ein Orkan: Der Gitarrist und Sänger Gary Clark Jr. hat zwar beachtenswerte Studiowerke im Katalog, aber auf der Bühne entfesselt der Amerikaner erst seine ganze Kraft. Das dokumentiert das heute in den Handel kommende „Live North America 2016“, auf dem neben Songs vom letzten Album „The Story Of Sonny Boy Slim“ („The Healing“, „Grinder“) auch Clark-Klassiker („When My Train Pulls In“) und Coverversionen in furiosen Fassungen zu hören sind. Bei „Shake“ wirkt Retro-Soul-Man Leon Bridges mit.
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Ein ungewöhnliches Duo: Der Schweizer Heavy-Metal-Musiker Axel Rudi Pell singt mit Bonnie Tyler das Duett „Love‘s Holding On“. Der neue Song ist Teil der Schmusesong-Sammlung „The Ballads V“ von Pell, die am 21. April erscheint. „Bonnie Tyler nimmt nur Stücke auf, die ihr auch persönlich gefallen. Also habe ich ihr dieses Lied quasi auf den Leib geschrieben“, berichtete der Schweizer. „Sie hat es innerhalb kürzester Zeit eingesungen und das Ergebnis spricht für sich. Wäre ich nicht vorher schon Fan gewesen, wäre ich es jetzt.“
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Die in Virginia beheimatete Band Pontiak bringt am 24. März das siebente Album „Dialectic of Ignorance“ heraus und stellt dieses am 21. April im Wiener Fluc live vor. Zu hören gibt es einen wilden Mix aus Psychedelic-, Southern-, Stoner- sowie Alternative- und Classic Rock - druckvoll, aber ohne Hektik und Eile über mehr als 45 Minuten. Die Gruppe besteht aus den Brüdern Jennings, Lain und Van Carney, die kürzlich ihre eigenen Brauerei („Pen Druid Brewing“) auf ihrer Farm im Herzen der Blue Ridge Mountains aufgemacht haben.
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Instrumentaler Rock der eher komplexen Sorte ist das Steckenpferd des australischen Gitarristen Plini. Auf unzähligen Veröffentlichungen hat der junge Musiker in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass er kompositorische Finesse und druckvolle Darbietungen zusammenführen kann. Eine Spur härter als Kollegen wie And So I Watch You From Afar, dafür teils aber auch ganz tief im Prog-Sumpf watend, kann Plini so höchst unterschiedliche Aspekte zusammenführen. Live ist der Musiker am 28. März mit seiner Band im Wiener Chelsea zu erleben.
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Mit ruhigem Gitarrenpicking, einer dunkel-melancholischen Atmosphäre und ganz viel Zeit beginnt das Debütalbum von Albert Af Ekenstam: Der schwedische Musiker macht auf „Ashes“ deutlich, dass er sich keinesfalls einem angesagten Trend unterordnen möchte. Stattdessen wird diese schwer greifbare Platte von einem aus der Zeit gefallenen Gestus bestimmt. Düster-Pop, verzagter Indie, Folk in Graustufen? Trifft alles irgendwie zu und doch den Nagel nicht auf den Kopf. „Ashes“ lebt von einer facettenreichen, dabei sehr reduziert und bewusst eingesetzten Instrumentierung sowie der einnehmenden Stimme des jungen Schweden. Eine Herbstplatte, die im Frühjahr erscheint. Live gastiert Ekenstam am 9. April im Wiener B72.
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Mal was anderes machen, wird sich Fin Greenall aka Fink gedacht haben. Der englische Musiker, der sich üblicherweise zwischen den Polen Folk und Alternative Rock bewegt, hat kürzlich seine erste Blues-Platte veröffentlicht. „Fink‘s Sunday Night Blues Club“ lebt zwar ebenfalls vom intensiven Timbre des Mittvierzigers, bringt aber eine zurückgeschraubte Klangpalette mit. Statt aufwendigen Arrangements bestimmen hier wenige Instrumente das Erscheinungsbild, baut Greenall behutsam die Stimmung auf und stürzt sich dann in kratzige Ungetüme wie „Boneyard“. Am 8. April kommt der Musiker im neuen Gewand ins Wiener Porgy & Bess. Wem hingegen der „klassische“ Fink lieber ist, der muss sich nur bis Herbst gedulden: Dann gibt es eine neue, reguläre Platte mit anschließender Tour.