UNO: Morde an Menschenrechtlern in Kolumbien meist in FARC-Gebieten

Bogota (APA/AFP) - Die meisten Morde an Menschenrechtsaktivisten in Kolumbien im vergangenen Jahr sind nach UN-Angaben in Gebieten verübt wo...

Bogota (APA/AFP) - Die meisten Morde an Menschenrechtsaktivisten in Kolumbien im vergangenen Jahr sind nach UN-Angaben in Gebieten verübt worden, die von der FARC-Guerilla kontrolliert wurden. 2016 seien in Kolumbien 127 Aktivisten getötet worden, heißt es in einem UNO-Bericht über die Menschenrechtslage in Kolumbien, der am Donnerstag (Ortszeit) in Bogotá vorgestellt wurde.

Mehr als 60 Prozent der Opfer seien in FARC-Gebieten zu Tode gekommen, sagte UNO-Repräsentant Todd Howland. „Wir sind sehr beunruhigt über die Gewalt“ gegen Menschenrechtsaktivisten, sagte der UN-Koordinator für Kolumbien, Martín Santiago. „Die Fortdauer dieser Gewalt gefährdet das gemeinsame Ziel des Friedens im Land.“

Die linksgerichtete FARC-Guerilla hatte Ende November ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung von Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnet. Mittlerweile wurde mit der Entwaffnung der Rebellen begonnen.

Mit dem Abkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260.000 Menschen starben. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst. Für seine Aussöhnungspolitik wurde Santos der Friedensnobelpreis verliehen.