Verhandlungskreise: ETA sagt ihre vollständige Entwaffnung zu

Madrid (APA/AFP) - Fast 60 Jahre nach ihrer Gründung hat die baskische Untergrundorganisation ETA erneut ihre vollständige Entwaffnung zuges...

Madrid (APA/AFP) - Fast 60 Jahre nach ihrer Gründung hat die baskische Untergrundorganisation ETA erneut ihre vollständige Entwaffnung zugesagt. Die ETA wolle ihre Waffen bis zum 8. April abgeben, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag von einer Quelle aus dem Umfeld der Entwaffnungsverhandlungen mit der ETA. Dazu solle die ETA die Koordinaten ihrer Waffenlager mitteilen.

Tsetx Etcheverry von der baskischen Organisation Bizi, sagte der französischen Zeitung „Le Monde“: „ETA hat uns die Verantwortung für die Entwaffnung übertragen und am Abend des 8. April wird die ETA total entwaffnet sein.“ Damit wäre die Entwaffnung noch vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl am 23. April abgeschlossen.

Der Chef der baskischen Regionalregierung, Inigo Urkullu, bestätigte „die Möglichkeit zur endgültigen Entwaffnung“ der ETA vor dem 8. April. Er rief die Regierungen in Madrid und Paris auf, dies zu unterstützen. Es handle sich um ein „Ziel von historischer Bedeutung für unsere Gesellschaft“, sagte er am Freitag.

Die ETA hatte 2011 ihren bewaffneten Kampf für beendet erklärt. Bereits vor drei Jahren sagte die Gruppe ihre vollständige Entwaffnung zu und erklärte, dass die ersten Waffenarsenale bereits versiegelt seien.

Von der Europäischen Union wird die ETA als Terrororganisation eingestuft. Sie war 1959 während der Franco-Diktatur von einer Gruppe baskisch-nationalistischer Studenten gegründet worden.

Die ETA wird für den Tod von mehr als 820 Menschen während ihres bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs verantwortlich gemacht. Als ihr letztes Opfer gilt ein Polizist, der 2010 bei einem Attentat in Frankreich getötet wurde. Zahlreiche ETA-Führungskader sind in den vergangenen Jahren festgenommen worden.