Erste Liga

FC Wacker kassierte Pleite in Linz, Wattens spielte gegen Horn 1:1

Wacker-Kapitän Alexander Hauser und Darijo Pecirep (Linz) schenkten sich in den Zweikämpfen nichts.
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Der erhoffte Befreiungsschlag blieb sowohl beim FC Wacker Innsbruck (1:3 gegen BW Linz) als auch bei der WSG Wattens (1:1 gegen Horn) aus.

1:3-Niederlage: Wacker stand im Regen

Aus Linz: Florian Madl

Linz – Es mag schon ein schlechtes Omen gewesen sein, dass über Linz pünktlich zum Spielbeginn ein Gewitter hereinbrach. Der „Stahlstadtklub“, wie er sich gerne nennt, nahm von Beginn an das Heft in die Hand. Und die Innsbrucker knüpften in vielen Szenen an das Lustenau-Match an – an die schwache zweite Hälfte nämlich. Pomadig, umständlich, niemals zwingend.

Die Linzer waren bestens auf den FC Wacker eingestellt, von Tirols Ex-Trainer Klaus Schmidt durfte man das auch erwarten. In der 9. Minute verzog Thomas Goiginger aus 16 Metern, jener Mann, der Wacker-Trainer Karl Daxbacher im Vorfeld am meisten Respekt einflößte. Und in der 25. jubelten die Linzer verfrüht – als Florian Maier ans Außennetz köpfte.

Die Tiroler? Eine Halbchance durch Alex Hauser (30.), das war’s. Und nur vier Minuten später schoss erneut Goi­ginger daneben, jetzt stand Fortuna den Innsbruckern bei. Und in Minute 42 erneut (Freistoß). Und dann, in Minute 43, da durfte der Ex-Grödiger schließlich jubeln: Erst ein haarsträubender Abspielfehler im Mittelfeld, dann ein Spaziergang durchs Mittelfeld – und der Abschluss zum 1:0 aus 16 Metern. Es wurde Zeit für ein Halbzeit-Gewitter, diesmal aber von Karl Daxbacher, der wie sein Linz-Pendant Klaus Schmidt 45 Minuten im Regen stand. Buchstäblich.

In Hälfte zwei bekamen die 1.146 Besucher etwas mehr geboten. Zunächst jubelten die Tiroler, als Kapitän Alex Hauser per Kopf traf. Dann die Korrektur von Schiedsrichter Helmut Trattnig: Der 32-Jährige soll bei der Freistoßflanke zuvor im Abseits gestanden sein, erhielt den Ball dann neuerdings – von einem Linzer. Tiroler Jubel, Verwirrung, Enttäuschung.

Und es kam dicker für die Tiroler. Neuerdings brach Thomas Goiginger, vor dem Daxbacher so eindringlich gewarnt hatte, rechts durch, sein abgefälschter Heber landete über Lukas Wedl im Netz (65.), 0:2.

Das Ende? Nein, denn ein Foul an Wacker-Verteidiger Michael Schimpelsberger im rechten Strafraumeck wurde mit Elfmeter geahndet, Eler (67.) sagte danke. Ergebniskosmetik, nicht mehr. Und die Schlussoffensive kam zu spät – Linz legte durch Sinisa Markovic (94.) zum 3:1 nach.

Nach Spielschluss standen elf Tiroler samt Trainer wie begossene Pudel im Linzer Stadion. „Abputzen und weitermachen“, gab Wacker-Präsident Gerhard Stocker die Devise vor.

Milan Jurdik schoss Wattens früh in Führung. Diese hielt allerdings nur acht Minuten.
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Ein Punkt für die Wattener Moral

Von Tobias Waidhofer

Wattens – Ohne die verletzten Lukas Katnik, Sandro Neurauter, David Zimmerhofer und den kranken Florian Mader stellte sich die WSG Wattens am Freitag einem echten Auswärtsspezialisten entgegen. Der SV Horn spielt nämlich nicht nur ein starkes Frühjahr, sondern ist auch schon seit Anfang November in der Fremde unbesiegt.

Routinier Mader sollte in der Mittelfeldzentrale durch Martin Svejnohas geballte Erfahrung ersetzt werden, rechts hinten durfte der 18-jährige Niko Schneebauer auflaufen. Die einzig richtig gute Nachricht vor dem Anpfiff? Kreativperle Benni Pranter bestand den Fitness-Test.

Und gleich zu Beginn setzte Youngster Schneebauer mit starkem Gegenpressing ein Zeichen. Beim daraus resultierenden Eckball hatte Martin Svejnoha die erste Chance (3.), auf der anderen Seite zielte Ferdinand Weinwurm zu hoch (4.). Und das sollte sich rächen. Zwei Minuten später legte Horn-Verteidiger Nikki Havenaar einen Pranter-Pass unfreiwillig in den Lauf von Milan Jurdik, der souverän sein siebtes Saisontor erzielte – 1:0 (6.).

Doch Riese Havenaar konterte. Nach einem Milosevic-Eckball übersprang der 1,99 Meter große Japaner David Gugganig. Seinen Kopfball parierte Ferdinand Oswald stark, gegen den Abstauber von Nils Zatl war er aber chancenlos – 1:1 (14.).

Das Gegentor ließ den Wattener Faden reißen. Horn übernahm das Kommando. Bei einem Schlenzer von Albert Vallci (30.) fehlten beispielsweise nur Zentimeter. Und weil Torschütze Zatl sich bei einer Riesen-Möglichkeit in der 40. Minute selber anschoss, blieb es beim 1:1.

Erst die Nachspielzeit des ersten Durchgangs brachte wieder Offensivaktionen der WSG: Zuerst scheiterte Pranter aus spitzem Winkel, dann streifte ein scharfer Schneebauer-Schuss nur knapp am langen Eck vorbei.

Und die Wattener machten in der zweiten Halbzeit dort weiter, wo sie aufgehört hatten: Christian Gebauer zielte in der 49. Minute aber zu ungenau. Doch die Tiroler blieben dran, hatten mehr von Ball und Spiel und wirkten in dieser Phase gefährlicher. Richtige Tormöglichkeiten blieben aber Mangelware. Von Horn war offensiv ohnehin kaum etwas zu sehen. Und wenn sie einmal durchzukommen drohten, warf sich Martin Svejnoha auch mit seinen 39 Jahren wie ein „Junger“ in den Zweikampf.

Doch vorne wollte in einer ereignisarmen zweiten Halbzeit nichts mehr gelingen. Die Tiroler hatten dann Glück, dass Oswald stark gegen Takougnadi parierte (77.). Per Freistoß verpasste Drazen Kekez dann noch den goldenen Moment. „Ich kann mit dem Punkt leben. Schade, dass uns kein ,Lucky Punch‘ gelungen ist“, schloss der Sportliche Leiter Stefan Köck.