Achensee-Oldtimer soll zum Spielschiff werden
Das Achenseeschiff St. Benedikt aus dem Jahr 1959 soll nicht verschrottet werden. Ein Einsatz als Spielschiff ist geplant.
Von Walter Zwicknagl
Eben –Als Fahrgastschiff hat das Motorschiff „St. Benedikt“, das im Jahr 1959 in Betrieb genommen wurde, ausgedient. Aber schon längere Zeit macht man sich Gedanken über eine weitere Verwendung – und zwar als Spielschiff in der künftigen Freizeitanlage in der Buchau, die alle Stücke spielen soll. Laut darüber nachgedacht hat BM Sepp Hausberger (Eben) darüber schon bei der Grundsteinlegung für die mehr als 18 Millionen Euro teure Anlage, die nächstes Jahr in Betrieb gehen soll. Er wird mit TVB-Obmann Hans Entner dort als Geschäftsführer agieren. „Das wäre eine große Attraktion“, sind sich beide einig. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Schiff schrittweise ausgebaut wird. Denn für die Außenanlagen haben wir derzeit ein gewisses Budget, aber das Projekt Spielschiff sollte schaffbar sein“, sagt Hausberger.
„Derzeit liegt das Schiff am Steg in Scholastika. Die Zulassung ist abgelaufen, bei der Achenseeschifffahrt wird es nach der Inbetriebnahme des Motorschiffes Achensee im Vorjahr keine Rolle mehr spielen“, betont Flottenkapitän und Betriebsleiter Albert Bichler. Eine der schlechtesten Alternativen wäre das Verschrotten. Eine Weiterverwendung an einem anderen See im europäischen Binnenraum hält er kaum für möglich. Und er macht sich auch schon Gedanken, wie man das Schiff per Kran aus dem Wasser heben könnte. Denn immerhin ist es 80 Tonnen schwer. „Da scheint mir der Bereich Seespitz dafür geeignet“, stellt Bichler, der sich ebenfalls für eine sinnvolle Weiterverwendung des Schiffes einsetzt, fest.
Am Achensee ist man derzeit mit dem Jubiläumsprogramm „130 Jahre Achenseeschifffahrt“ beschäftigt. Einst hatte das Benediktinerstift Fiecht die Schifffahrtskonzession erworben und einen Kredit von 23.500 Gulden aufgenommen, um das Dampfschiff „St. Josef“ in der Linzer Werft in Auftrag zu geben. „Zum 130. Geburtstag der Achenseeschifffahrt am 27. Juni fahren alle namens Josef oder Josefine im Linienverkehr kostenlos“, verraten Kapitän Albert Bichler und Kapitänin Daniela Neuhauser, die für den gastronomischen Teil verantwortlich ist. Nach wie vor ist das 130 Jahre alte Schiff, das seit 1951 einen Dieselmotor hat, Teil der Flotte. Apropos Gastronomie: Zum Renner wurde mittlerweile der Sonntags-Brunch auf der MS Achensee. Vom 14. bis 16. April und am 22. April wird es zweimal am Tag eine Oster- und Frühlingsfahrt geben, ehe dann am 1. Mai der Saisonbetrieb beginnt. Wie schon früher wird es auch Theater am Schiff und jeden Freitag vom 7. Juli bis 29. September Fahrten zum Tagesausklang unter dem Motto „Wenn die Sonn untergeht im Karwendel“ geben.