Wiener Börse

Wien (APA) - In einem durchwachsenen europäischen Umfeld schloss die Wiener Börse zum Wochenschluss, am sogenannten „Hexensabbat“, leicht sc...

Wien (APA) - In einem durchwachsenen europäischen Umfeld schloss die Wiener Börse zum Wochenschluss, am sogenannten „Hexensabbat“, leicht schwächer. Der ATX fiel 9,21 Punkte oder 0,32 Prozent auf 2.841,55 Einheiten. Der heimische Leitindex geht allerdings mit einem Wochenplus von über eineinhalb Prozent aus dem Handel. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 19 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.861,00 Punkten.

Der große Verfallstag für Futures und Optionen an der Terminbörse Eurex sorgte durchaus für Schwankungen. So pendelte der ATX zwischen Gewinn- und Verlustzone hin und her. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York unverändert, DAX/Frankfurt +0,00 Prozent, FTSE/London +0,12 Prozent und CAC-40/Paris +0,14 Prozent.

Konjunkturseitig lag das Augenmerk vor allem auf den US-Daten. So hat sich die Industrieproduktion im Februar überraschend nicht ausgeweitet. Sie verharrte auf dem Niveau des Vormonats. Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Im Jänner hatte es noch einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben.

Die Kauflaune der US-Konsumenten hellte sich hingegen stärker auf als erwartet. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg von 96,3 Zählern im Februar im März auf 97,6 Punkte, teilte die Universität Michigan auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Ökonomen hatten nur mit 97,0 Stellen gerechnet. Die aktuelle wirtschaftliche Situation schätzen die Verbraucher so gut ein wie seit November 2000 nicht mehr.

Unterdessen findet in Deutschland der zweitägige G-20-Gipfel statt, dort stehen unter anderem Themen wie Steuer- und Schuldenpolitik, Finanzmarktregulierung und Handelspolitik auf der Agenda. Im Streit um die künftige Ausrichtung der internationalen Handelsbeziehungen sieht der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble gute Chancen für eine Einigung mit den USA.

Branchenseitig rückten in Wien die Werte der Versicherer in den Fokus der Anleger. Denn die Analysten der Deutschen Bank haben in einem Unternehmensvergleich der UNIQA und Vienna Insurance Group (VIG) ein klares Plädoyer für die Aktie der UNIQA gegenüber jener der VIG getroffen. Während sie die VIG-Aktie bei „Hold“ bestätigten und das Kursziel drastisch von 36,4 auf 25,0 Euro abstuften, empfehlen sie jene der UNIQA nun mit „Buy“ zum Kauf. Bei der UNIQA stünden die Zeichen auf ein starkes Ertragswachstum, das Deutsche-Bank-Analyst Frank Kopfinger. Während UNIQA um 1,23 Prozent auf 7,35 Euro zulegten, verloren VIG um 1,93 Prozent auf 23,10 Euro.

Ans Ende der Kurstafel sackten Schoeller Bleckmann Oilfield (SBO) um 4,33 Prozent auf 64,00 Euro ab. In dem für die Ölbranche schwierigen Jahr 2016 ist der Nettoverlust des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters von 19 auf 28 Mio. Euro geklettert, daher wird die Dividende gestrichen. Damit die internationale Ölindustrie wieder mehr Aufträge an die Ölfeldausrüster vergebe, sei schon ein Ölpreis von rund 60 Dollar pro Fass nötig, meinte Konzernchef Gerald Grohmann. Aktuell tendiert der Brent-Preis bei 51,7 Dollar.

Auch Wolford ist nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres weiterhin in der Verlustzone. Die Aktien des Vorarlberger Strumpfwarenherstellers fielen bei schwachem Volumen zwei Prozent auf 19,60 Euro.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA522 2017-03-17/17:56