Pfarrgemeinderat: Wahlaufrufe von Bischöfen und Kritikern
Wien (APA) - Vor der österreichweiten Pfarrgemeinderatswahl am Sonntag hat es letzte Aufrufe zur Beteiligung gegeben. So appellierte allen v...
Wien (APA) - Vor der österreichweiten Pfarrgemeinderatswahl am Sonntag hat es letzte Aufrufe zur Beteiligung gegeben. So appellierte allen voran die Bischofskonferenz an alle Gläubigen, ihre Stimme abzugeben. Auch die intern kirchenkritische Pfarrerinitiative rief die Katholiken in einer Aussendung dazu auf, „ihre Mitverantwortung für die Zukunft der Gemeinden wahrzunehmen“.
In einer Erklärung zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung dankten die Bischöfe allen bisherigen Pfarrgemeinderäten sowie all jenen Frauen und Männern, die sich neu der Wahl stellen, für ihren persönlichen Einsatz und ihr öffentliches Glaubenszeugnis. Die ehrenamtlichen Pfarrgemeinderats-Mitglieder kämen aus allen Teilen der Gesellschaft und unterschiedlichen Altersgruppen. „Diese Vielfalt der Charismen und Lebensgeschichten bereichert die Kirche und macht sie sensibel und tatkräftig für die Nöte, Anliegen und Hoffnungen der Mitmenschen“, betonen die Bischöfe.
Auch der Obmann der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, bezeichnete die Teilnahme als sehr wichtig. „De facto übernehmen die Pfarrgemeinderäte schon heute in vielen Gemeinden Leitungsfunktionen“, meinte er in einer Aussendung. Für Kirchenbürger bedeute das, dass sie die Zukunft ihrer Gemeinde aktiv mitgestalten können, „nicht nur assistierend, sondern in geteilter Verantwortung mit dem Pfarrer“. In Zeiten von Gemeindefusionierungsplänen gewinne dieses Engagement natürlich noch an Bedeutung.
„Wir müssen uns gemeinsam um neue Leitungsmodelle bemühen und neue Wege der Zusammenarbeit in den Gemeinden beschreiten“, meinte Schüller weiter. Papst Franziskus fordere dazu auf, „Kirche vor Ort“ neu zu beleben, was nur gemeinsam mit den Menschen in den Gemeinden gehe. Gestaltungsspielräume für Kirchenbürger und ihre Gremien müssten sich daher zudem deutlich erweitern, wenn man die gezeichneten Herausforderungen ernst nehme.
Landesweit sind am Sonntag rund 4,6 Mio. Katholiken zur Teilnahme an der Wahl berechtigt, die unter dem Motto „Ich bin da.für“ stattfindet. Das Mindestwahlalter liegt je nach Diözese bei 14 oder 16 Jahren. In den meisten Diözesen gibt es zudem ein sogenanntes Familienwahlrecht, das Eltern berechtigt, auch für ihre Kinder eine Stimme abzugeben. Anders als bei politischen Wahlen sind auch jene stimmberechtigt, die keinen österreichischen Pass haben.
Bei der bisher letzten Pfarrgemeinderatswahl im Jahr 2012 gab rund jeder fünfte wahlberechtigte Katholik seine Stimme ab. Gewählt werden diesmal 28.000 Frauen und Männer, die für die nächsten fünf Jahre Verantwortung für die Gestaltung des kirchlichen Lebens in den rund 3.000 Pfarrgemeinden übernehmen. Erfahrungsgemäß zieht laut „Kathpress“ rund die Hälfte der gewählten Pfarrgemeinderats-Mitglieder neu in das Gremium ein, die anderen übernehmen die Aufgabe für eine weitere fünfjährige Periode.