Auch AK schießt sich gegen „Krankjammern“ des Standort Österreich ein
Wien/Linz (APA) - Nachdem bereits die Gewerkschaft GPA-djp dieser Tage den „abgesandelt“-Sager von WKÖ-Präsident Christoph Leitl vom Jahr 20...
Wien/Linz (APA) - Nachdem bereits die Gewerkschaft GPA-djp dieser Tage den „abgesandelt“-Sager von WKÖ-Präsident Christoph Leitl vom Jahr 2013 zum Standort Österreich aufgewärmt und kritisiert hatte, feuert die AK Oberösterreich nun nochmals nach. Unternehmensvertreter würden den Standort nur krankjammern, so AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer am Sonntag in einer Aussendung.
„Wirtschaftskammer und Industrielle haben die unnötige Standortdebatte vom Zaun gebrochen, weil sie glauben, dadurch berechtigte Arbeitnehmerforderungen niedrighalten zu können. Das ist ein gefährliches Spiel“, so Kalliauer. Die Investitionsbereitschaft von Unternehmen hänge aber von einer positiven Stimmung ab. „Mit ihrer Strategie bewirken die Unternehmervertreter genau das Gegenteil“, glaubt der AK-Mann. „Das schadet der Wirtschaftsentwicklung und gefährdet Arbeitsplätze.“ Die AK fordert daher die Wirtschaftsvertreter auf, „endlich mit ihrer Kampagne aufzuhören“.
Der Arbeitsklimaindex zeigt laut AK-OÖ, dass 85 Prozent der Arbeitnehmer die zukünftige Entwicklung des eigenen Unternehmens optimistisch beurteilen. Für die Gesamtwirtschaft haben 54 Prozent die selbe Einschätzung. Während der Wert für den eigenen Betrieb in den vergangenen beiden Jahren konstant gewesen sei, habe es bei jenem für die Gesamtwirtschaft einen kontinuierlichen Rückgang gegeben. Der Grund aus Arbeiterkammer-Sicht: Die Arbeitnehmer wüssten aus unmittelbarer Erfahrung, dass es ihren eigenen Unternehmen in der überwiegenden Mehrheit gut geht. Bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage seien sie aber auf andere Informationsquellen angewiesen. „Und hier entfaltet das Gerede vom ‚abgesandelten‘ Standort offenbar seine negative Wirkung.“
Die GPA-djp hatte dieser Tage eine von ihr beauftragte Umfrage des Ifes-Instituts präsentiert, die zum Resultat kommt, dass die Arbeitnehmer ein wesentlich positiveres Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen haben als die Unternehmervertreter, „die seit Jahren den Standort krankjammern“ würden. „Der Schmäh is net einigonga“, sagte GPA-Chef Wolfgang Katzian zum „abgesandelt“-Sager. Vielmehr sei der Wirtschaftsstandort Österreich „ein guter“.
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