Mehr gingen zur Wahl als zur Messe
Die Wahlbeteiligung bei der Pfarrgemeinderatswahl blieb fast konstant. Mehr „kirchenferne“ Katholiken gingen zur Urne.
Von Wolfgang Otter
Innsbruck, Salzburg –An die 4600 engagierte Katholiken haben sich dieses Wochenende in der Diözese Innsbruck und dem Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg der Wahl gestellt. Sie bilden als Pfarrgemeinderäte (PGR) für die kommenden fünf Jahre eine wichtige Basis der Laienkirche und sind als Unterstützung für die Priester nicht mehr wegzudenken. War es im Vorfeld der Wahl spannend, ob überhaupt genügend Kandidaten gefunden werden können, war es beim Urnengang die Frage, wie viele der rund 420.000 wahlberechtigten Katholiken in Tirol ihr Wahlrecht überhaupt wahrnehmen.
Zwar war man gestern bis in die Nacht beim Auszählen der Stimmen (das endgültige Ergebnis gibt es erst am 23. März), aber diese Trends ließen sich bereits ablesen: In der Diözese Innsbruck ist die Beteiligung leicht gesunken und liegt bei 19,5 Prozent im pfarrlichen Durchschnitt (2012 waren es 21,5 Prozent). Im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg beträgt sie knapp 17 Prozent und liegt damit unter der der gesamten Erzdiözese, wo sie mit knapp 20 Prozent fast gleich blieb.
Der Altersdurchschnitt der gewählten Kandidaten beträgt in Innsbruck 44,9 Jahre, das ist etwas höher als 2012 (42,5 Jahre). 48 Jahre beträgt er in der Erzdiözese Salzburg, um zwei Jahre höher als 2012, 57 Prozent der Gewählten sind Frauen. Wobei fast die Hälfte der Pfarrgemeinderäte neu ist.
Klaudia Achleitner, PGR-Referentin der Erzdiözese Salzburg: „Wir können mit den vorläufigen Ergebnissen sehr zufrieden sein.“ Sie freut sich über weitere ablesbare Tendenzen: „So wie es aussieht, können wir hinsichtlich der Wahlbeteiligung im städtischen Bereich ein Plus verzeichnen.“ Erfreulich sei auch, dass sich im Vergleich zur letzten Wahl mehr „kirchenferne“ Katholiken beteiligt hätten. In der Diözese Innsbruck lag die Wahlbeteiligung bezogen auf die Gottesdienstbesucher bei 111,4 Prozent.
Der Innsbrucker Diözesanadministrator Jakob Bürgler meinte in einer ersten Stellungnahme zu den Kandidaten unter anderem: „Danke für euer Durchhalten und eure Treue – auch dann, wenn manches mühsam ist und wenn Erfolge und Aufbrüche ausbleiben.“ Der Salzburger Erzbischof wandte sich an alle Gewählten mit den Worten: „Seien Sie ein Sprachrohr für die Armen und Kranken und dort, wo Kirche besonders gefordert ist.“