Autismus: „Schauen wir Max an, nicht die Diagnose“

Nicht alle sind gleich. Manche autistischen Kinder sind reizoffen und profitieren von einer ruhigen Umgebung. Inklusion ist trotzdem möglich.

Nicht alle sind gleich. Manche autistischen Kinder sind reizoffen und profitieren von einer ruhigen Umgebung. Inklusion ist trotzdem möglich.
© iStockphoto

Von Nicole Strozzi

Man nehme ein Kind mit einer Autismusspektrumstörung, stecke es in eine Klasse und rühre um. „Heraus kommen nur Inklusionsverlierer“, sagt Brita Schirmer. Die Berliner Sonderschul-Pädagogin und Buchautorin war vor Kurzem Vortragende bei den Autismustagen in Schwaz. „Ich bin grundsätzlich ein Fan von Inklusion“, erzählt Schirmer. Nur laufe in der Umsetzung noch einiges falsch. „Es existiert kein Konzept“, bedauert die Lehrerin und dreifache Mutter. „Niemand hat sich Gedanken über die Finanzierbarkeit gemacht, Lehrer laufen auf dem Zahnfleisch und bekommen einen Schreck, wenn sie Autismus hören, und im Grunde kennt niemand die genaue Definition von Inklusion.“ Wer ist drin, wer draußen? Die Kinder in der Sonderschule oder die Schüler aus dem Randbezirk, die nicht in die Nobelschule gehen? Bedeutet, eine Privatschule zu besuchen, Exklusion? „Inklusion heißt für mich, wenn alle das gleiche Recht haben, Zugang zu bestimmten sozialen Einrichtungen zu bekommen“, erklärt die Pädagogin. Inklusion bedeute auch, Kinder nicht in ein System zu pressen, sondern ein System für das Kind zu suchen. Wie lernt das Kind gut, was braucht das Kind? Diese Fragen sollten im Vordergrund stehen, unabhängig von der Diagnose.

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