Arbeitsmarkt

Tschechiens Notenbank-Chef will mehr ausländische Arbeitskräfte

Der Chef der Tschechischen Nationalbank (CNB), Jiri Rusnok
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Tschechiens Privatwirtschaft klagt über einen großen Arbeitskräftemangel.

Wien – Der Chef der Tschechischen Nationalbank (CNB), Jiri Rusnok, hat die Prager Regierung aufgefordert, die Beschäftigung von Ausländern in Tschechien zu vereinfachen. In einem Interview mit der Wirtschaftstageszeitung „Hospodarske noviny“ (Montagausgabe) sagte er, Tschechien sei ein „geschlossenes Land für den Import der Arbeitskräfte“, was aus Sicht des Wirtschaftswachstums „fatal fehlerhaft“ sei.

Der tschechischen Wirtschaft würde es noch besser gehen, wenn die Firmen einfach die ausländischen Mitarbeiter aufnehmen könnten. „Nichts Schlechtes würde passieren, wenn man beispielsweise 100.000 Ukrainer ins Land hereinlassen würde“, betonte Rusnok in Anspielung auf die immer lauteren Beschwerden aus der tschechischen Privatwirtschaft, wonach es einen großen Mangel an Arbeitskräften gebe.

Die Exporteure sagen heute: Wir haben Aufträge, dank derer wir um 20 Prozent wachsen könnten, allerdings wachsen wir nur um 10 Prozent, weil wir für mehr nicht die Arbeitskräfte haben. Einen Teil der Aufträge lehnen sie (die Exporteure, Anm.) einfach ab“, argumentierte der Nationalbank-Chef.

Die tschechische Wirtschaft wuchs 2016 um 2,3 Prozent. Die Arbeitslosigkeit lag am Ende des ersten Quartals 2017 bei 4,8 Prozent, um 1,3 Prozentpunkte niedriger im Jahresvergleich. In der ganzen EU hat Tschechien laut Eurostat-Berechnung (Februar) mit 3,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, noch vor Deutschland und Malta. Österreich hat laut Eurostat eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent. (APA)