Serbien: Demonstranten stellen neue Forderungen nach Vucic Wahlsieg
Belgrad (APA) - Seit dem Wahlsieg des Premiers Aleksandard Vucic bei der Präsidentenwahl gehen Tausende, meist junge Menschen in Belgrad und...
Belgrad (APA) - Seit dem Wahlsieg des Premiers Aleksandard Vucic bei der Präsidentenwahl gehen Tausende, meist junge Menschen in Belgrad und anderen serbischen Städten auf die Straße. Unter dem Motto „Gegen die Diktatur“ haben die Demonstranten nun weitere Forderungen an die Regierung gerichtet. So verlangen sie etwa die Annullierung der Doktortitel zweier Politiker, wie serbische Medien am Montag berichteten.
Konkret geht es dabei um die Innenminister Nebojsa Stefanovic und den Belgrader Bürgermeister Sinisa Mali. Demnach soll es sich bei ihren Doktorarbeiten um Plagiate handeln. Einige Analysen hätten diesen Vorwurf bestätigt, hieß es in dem Bericht.
Eine weitere Forderung betrifft den staatlichen TV-Sender RTS. Die Präsidentschaftskandidaten wurden in der Berichterstattung um den Wahlkampf ungleich behandelt, so der Vorwurf. Auch die Amtsenthebung von Mitgliedern der staatlichen Wahlkommission und die Säuberung von Wählerverzeichnissen, zählt zu den Forderungen. Dort sollen sich bis zu 800.000 Karteileichen befinden, wie Experten aus Oppositionsreihen berichten.
Zuvor hatten die Demonstranten den Rücktritt der Parlamentspräsidentin Maja Gojkovic gefordert, die zu Beginn des Wahlkampfes vor den Präsidentenwahlen am 2. April das Parlament auf „Zwangsurlaub“ geschickt hatte. Dies hätte kritische Töne auf Kosten des Wahlfavoriten Aleksandar Vucic verhindert. Gojkovic hatte in der Vorwoche die Wiederaufnahme der Parlamentsarbeit an die Einstellung der Proteste geknüpft.
Regierungschef Aleksandar Vucic hatte die Abstimmung für das neue Staatsoberhaupt mit rund 55 Prozent triumphal gewonnen. Der zweitplatzierte Kandidat, Sasa Jankovic, kam auf nur 16 Prozent. Aus dem Wahlstab von Jankovic wurden am Wochenende Vorwürfe von Wahlmanipulation laut. Dabei seien 25 Wahllokale betroffen und bis zu 391.000 Stimmen. Von der Wahlkommission, in der Vertreter des Regierungsbündnisses in der Mehrheit sind, wurden die Vorwürfe nach einer erneuten Auszählung von Wahlzetteln aus zwei Wahllokalen zurückgewiesen. Dort wurden vier falsche Wahlzettel entdeckt.
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