Europas Leitbörsen zu Mittag etwas tiefer

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Montag im Mittagshandel etwas tiefer tendiert. Geopolitische Unsicherheiten h...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Montag im Mittagshandel etwas tiefer tendiert. Geopolitische Unsicherheiten haben die Anleger vorsichtig agieren lassen. Der Euro-Stoxx-50 fiel gegen 12.00 Uhr um 0,59 Prozent auf 3.475,10 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte um 0,37 Prozent schwächer bei 12.179,32 Punkten. Der FTSE-100 der Börse London fiel um 0,09 Prozent und steht nun bei 7.342,48 Stellen.

„Die Investoren rund um den Globus bleiben wegen der aktuellen geopolitischen Risiken vorsichtig“, kommentierte der Marktanalyst Milan Cutkovic, vom Broker AxiTrader. Nicht nur die Situation in Syrien und ein potenzieller Konflikt zwischen den USA und Russland würden für Nervosität sorgen. Auch die Ereignisse auf der koreanischen Halbinsel würden mit Spannung verfolgt, sagte der Marktbeobachter weiter.

Starke Konjunkturdaten aus dem Euroraum konnten die Aktienmärkte vor diesem Hintergrund nicht beflügeln. Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex stieg im April um 3,2 Punkte auf 23,9 Zähler und erreichte den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt. In den USA bleibt der Datenkalender am Nachmittag leer, Aufmerksamkeit dürfte aber vor allem einer Rede von Notenbank-Chefin Janet Yellen zukommen. Yellen wird allerdings erst nach Börsenschluss in New York sprechen.

Im Euro-Stoxx-50 gehörten Fresenius mit einem knappen Plus von 0,12 Prozent zu den wenigen Werten, die sich im grünen Bereich halten konnten. Der deutsche Medizinkonzern ist an einer Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn interessiert. Die Tochter Kabi befindet sich nach Unternehmensangaben in fortgeschrittenen Gesprächen über einen möglichen Erwerb.

Hingegen gaben L‘Oreal um 0,66 Prozent und notierten damit im unteren Drittel des Index. Goldman Sachs hat L‘Oreal von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft und das Kursziel von 180 auf 179 Euro gesenkt. Die Analysten verwiesen in einer Studie zum europäischen Haushalts- und Konsumgütersektor auf das Risiko eines noch stärker wachsenden Wettbewerbsdrucks.

Im Mailand notierten die Titel des Flugzeugteile-Herstellers Avio bei ihrem Börsendebüt im Mittagshandel 8,59 Prozent über dem Startpreis. Avio baut die europäische Trägerrakete Vega und liefert wichtige Teile für die größere Rakete Ariane 5 und deren Nachfolgerin Ariane. Die erste Notierung fällt zusammen mit der Verschmelzung von Avio mit dem Investment-Vehikel Space2, das bereits vorher an der Börse notiert war.

Im MDAX tendierten Stada-Aktien im Mittagshandel um fast elf Prozent höher. Im Ringen um die Übernahme des deutschen Pharmakonzerns sollen nach dem Willen des Managements die Finanzinvestoren Bain und Cinven den Zuschlag erhalten. Dem Unternehmen seien zwei Übernahmeangebote angekündigt worden, das von Bain und Cinven sei das attraktivste, teilte die Konzernführung mit.

In Zürich notierten Syngenta um 0,22 Prozent höher. Nach den USA und der EU-Wettbewerbsbehörde gibt auch Mexiko grünes Licht für die 43 Mrd. Dollar schwere Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA203 2017-04-10/12:10