Austro-Firmen 2 - „CETA bietet auch Schutz für heimische Produkte“

Toronto/Wien (APA) - „CETA bietet Schutz für Qualitätsprodukte mit geschütztem geografischem Ursprung (ggU.).“ Das betonte Landwirtschafts- ...

Toronto/Wien (APA) - „CETA bietet Schutz für Qualitätsprodukte mit geschütztem geografischem Ursprung (ggU.).“ Das betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Sonntag nach einem „Store-Check“ in einem Qualitätssupermarkt, in dem es auch Tiroler Speck zu kaufen gab, der in Kanada produziert wurde.

Bei einem Inkrafttreten von CETA wäre der Tiroler Speck aber eben geschützt. Ins selbe Horn stieß auch Christian Handl von Handl Tyrol: „Ein Argument für CETA ist, dass die Produkte dann auch hier geschützt sind.“ Handl will von Kanada aus womöglich auch in den US-Markt losstarten. Österreichische Authentizität in Lebensmitteln berge großes Potenzial.

Alle österreichischen Firmenvertreter und Delegationsmitglieder betonen die Nachfrage nach Qualitätsprodukten in Kanada und wie hochpreisig der dortige Markt sei. Da seien die heimischen Produkte absolut konkurrenzfähig. „Österreichische Lebensmittel und Getränke erfüllen diese Ansprüche“, sagte Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz zu Beginn des Fachsymposiums „Lebensmittelexport nach Kanada“ am Montag.

Der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP), der auch dem EU-Hauptausschuss im Nationalrat vorsteht, sagte im APA-Gespräch, er wolle auch Besuche von kanadischen Politikern im Parlament erwidern. Er habe Sorgen vor CETA schon ursprünglich für übertrieben gehalten, Kanada sei beim CETA-Abkommen aber schlussendlich sehr entgegenkommend gewesen. So sei das „Right to Regulate“ sehr gut: Nationale Schutzbestimmungen wie etwa gegen gentechnisch veränderte Produkte bleiben aufrecht, betonte Kopf Richtung CETA-Kritiker.

Auf Nachfragen sagten sowohl Kopf als auch Rupprechter, dass das CETA-Abkommen im Nationalrat freilich noch nicht durch sei. „Das ist noch keine g‘mahte Wies‘n“, so Kopf. Rupprechter sagte, dass Bundeskanzler Christian Kern im EU-Rat zugestimmt habe und in seiner SPÖ wohl noch etwas Überzeugungsarbeit leisten müsse. „An der ÖVP wird CETA nicht scheitern.“ Beide ÖVP-Politiker rechnen mit einer Behandlung erst nach den kommenden Nationalratswahlen - „ohne Hintergedanken: egal wann diese stattfinden“, so Kopf im APA-Gespräch. Kopf sagte, das sei wichtig, damit CETA nicht zum Wahlkampfthema werde. „Es braucht eine sachliche Auseinandersetzung.“

Am morgigen Dienstag findet unter anderem ein Fachsymposium für nachhaltigen Gebäudebau statt. In den kommenden Tagen geht es auch noch weiter nach Montreal und Ottawa, wo Rupprechter noch auf seine Minister-Pendants trifft und Kopf Parlamentarier trifft.

(S E R V I C E - Das BMLFUW stellt unter dem Link https://www.bmlfuw.gv.at/service/fotoservice.html Bilder von der österreichischen Delegationsreise nach Kanada zur Verfügung)