CETA - Chancen und auch Sorgen auf beiden Seiten des Atlantiks

Toronto/Wien (APA) - Bei der derzeitigen österreichischen Delegationsreise nach Kanada wird das Freihandelsabkommen CETA ganz genau beleucht...

Toronto/Wien (APA) - Bei der derzeitigen österreichischen Delegationsreise nach Kanada wird das Freihandelsabkommen CETA ganz genau beleuchtet. Bezogen auf den Lebensmittelhandel hieß es bei einem Fachsymposium in einer Studie von der kanadischen Kanzlei Dale & Lessmann, dass zuletzt im Jahr Produkte im Wert von 43,5 Mrd. Kanadischen Dollar (30,5 Mrd. Euro) importiert wurden - Tendenz steigend.

Während in Österreich Teile der Zivilgesellschaft über CETA besorgt sind und mehr als eine halbe Million Leute ein Volksbegehren gegen CETA & Co unterzeichnet haben, gibt es auch in Kanada gewisse Sorgen. Diese findet man weniger in der Zivilgesellschaft als bei den Milchbauern.

Vor allem österreichischem Käse werden neben weiteren Lebensmitteln und Wein große Marktchancen im hochpreisigen kanadischen Markt eingeräumt. Bezogen auf den Milchmarkt, also Geschäfte mit Milchprodukten und Käse, sind kanadische Hersteller, wie manche Experten sagen, weit nervöser als europäische. Grundsätzlich bleibt das von Steuerung geprägte kanadische Milchproduktsystem zwar bestehen. Kanadische Landwirte sorgen sich aber über eine Aufweichung in weiterer Folge nach der CETA-Umsetzung.

Die zum Import zugelassene Menge von EU-Produkten wird aber deutlich erhöht. Bisher erfolgte der österreichische Käse-Export nach Kanada über die WTO-Freimenge. Rund 20.000 Tonnen waren pro Jahr möglich. Durch CETA kommt ein eigenes europäisches Importkontingent.

Zu weiteren Produkten, die in Kanada Erfolg versprechen, zählen Marmeladen. Die Tiroler Firma Darbo liefert bereits in den Markt, der 36 Millionen Menschen umfasst. Bei der Delegationsreise ist auch eine Vertreterin des Wiener Produzenten Hans Staud dabei. Sie sagte im APA-Gespräch, dass der kanadische Markt auch für Wein-Gelees interessant sein könnte.

Durch CETA fallen 92 Prozent Zölle auf Agrarprodukte. Bei allen anderen Produkten über den Agrarbereich hinaus fallen sogar rund 98 Prozent der bisherigen Zölle weg.