Opferwidder als schneeweißer Star
In Lavant wird wieder ein lebendiges Fest mit einem prächtig aufgeputzten Protagonisten gefeiert: Am 29. und 30. April steigt der Kirchtag mit einem vielseitigen Programm.
Lavant –Ende des Monats beweisen die Lavanter wieder, wie gut sie es verstehen, zu feiern und altes Kulturerbe hochleben zu lassen. Am 29. und 30. April steigt in der Gemeinde das Kirchtagswochenende mit einem vielseitigen Programm. Die Hauptrolle spielt erneut ein wolliger Vierbeiner, der nach überlieferter Tradition gesegnet und nach dem Hochamt verlost wird – der Opferwidder.
Der Ursprung des Brauchs reicht in das Jahr 1635 zurück. Zur Zeit der Pest gelobten Virgen und Prägraten für den Fall, dass sie von der Seuche verschont bleiben, als Opfer jährlich die Stiftung eines Widders. Der Virger Brauch wurde bis zum 1. Weltkrieg jährlich durchgeführt, dann jedoch wegen „unheiliger Übertretungen“ eingestellt. Auch heuer wird wieder eine Pilgergruppe um den Lavanter Verein „Di Gsellig’n“ von Obermauern nach Lavant pilgern. Seit den 1970er-Jahren wird der Kirchtag von den Lavantern wieder traditionell am 2. Sonntag nach Ostern gefeiert. Der „aufgeputzte“ Widder wird in einer Prozession vom Wirts-Platzl zur Wallfahrtskirche Maria Lavant geführt. Er wird heuer von Ronald Pirker gespendet, ist ein Original Tiroler Steinschaf und wurde von der Familie Bacher vulgo Ulacher/Steirer gepflegt.
Das Programm für das Kirchtagswochenende steht bereits. Am Samstagabend gehört der Jugend das Zelt, dort spielen die Jungen Mölltaler auf und im Gemeindesaal sorgt das Wildsee Duo für Stimmung.
Am Sonntag beginnt um 9 Uhr das Hochamt samt Widdersegnung in der Wallfahrtskirche, die Prozession beginnt um 8.30 Uhr beim Wirts-Platzl. Anschließend findet im beheizten Kirchtagszelt die Widderverlosung samt großer Tombola statt. Für Unterhaltung sorgt das Osttirol Quintett. (TT, func)
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