Landecker Haus für Studenten entzweit
Montag trafen sich der Bauherr des geplanten Landecker Studentenhauses und die Anrainer zu einer Infoveranstaltung.
Von Matthias Reichle
Landeck –Die Bagger sind aufgefahren – der Abriss des ehemaligen Gasthofs Stern ist bereits Realität. Das geplante Studentenhaus in der Herzog-Friedrich-Straße wirbelt aber auch abseits der Baustelle Staub auf. Montagabend trafen sich der Bauwerber Ekehard Rainalter und die Anrainer des umstrittenen Projekts zu einer Informationsveranstaltung.
Die Kritik betraf nicht nur Belastungen während der Bauzeit – „Da staubt es herauf, wir können nicht ständig Fenster putzen“ oder „Der Staub fragt nicht, ob er sich absetzen darf, das gegenüberliegende Gebäude hätte abgedeckt gehört“ –, sondern auch die generelle Größe des Projekts. „Maßgeblich ist für mich, dass das Gebäude einen Stock zu hoch ist. Hier wird Perfuchs massiv belastet“, betonte Sonnen-Wirt Karl Graber und erinnerte an Schreiben des Bundesdenkmalamtes.
Für die Beweissicherung bzw. Malerarbeiten an Nachbarhäusern bot Rainalter finanzielle Unterstützung an, die Frage der Projektgröße wollte der Bauwerber jedoch nicht mehr diskutieren. Diese sei rechtskräftig, betonte der Sohn des Bauwerbers, Architekt Ekehard Rainalter junior. „Sie haben keinen Einfluss darauf“, antwortete er auf den Einwurf einer Anrainerin.
„Ich sehe ein, dass man hier keine Übereinkunft erzielt“, betonte er, „ich bitte um Kollaboration, um die Bausituation schnell hinter uns zu bringen.“ Derzeit gibt es noch keinen gültigen Baubescheid, Einsprüche seien jedoch nur noch gegen den Brandschutz und die Schallemissionen möglich. Hier habe man ein Gutachten eingeholt. Mit Holzlamellen werde versucht, die Atmosphäre auf der Straße zu verbessern.
Die Bauzeit sei dafür sehr „ambitioniert“. Die Abrissarbeiten sollen bis 12. Mai dauern. Mit den Baumeisterarbeiten werde einen Monat später begonnen. Bis zum 20. Oktober soll der Rohbau stehen und am 18. November die Fassadenarbeiten abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt wäre die Straße wieder zweispurig befahrbar.
Insgesamt entstehen 21 Wohnungen für Studenten. Die Mehrkosten für die schnelle Bauzeit trage man gern, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, so Rainalter sen. Er musste aber auch zu allerlei Vorwürfen Stellung nehmen. Etwa den, dass im obersten Stock keine Studentenwohnungen, sondern ein „Penthouse“ entstehen würde. „Zwei Kleinwohnungen mit 60 und 70 Quadratmetern“, stellte er klar – „kein Penthouse.“ Baumeister Günther Kramarcsik zweifelte die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans an. Dem widersprach der anwesende Bürgermeister Wolfgang Jörg. Er holte Kramarcsik und Graber nach Wortgefechten wieder zurück, als sie den Saal verlassen wollten.
Es gab freilich auch Unterstützung für das Projekt. „Ich finde es toll, dass man für junge Leute etwas tut“, betonte eine Anrainerin. Rückenwind kam auch vom Studienprogrammleiter Peter Heimerl, der den dringenden Bedarf für Studentenwohnungen unterstrich. Derzeit gibt es 220 Studierende im Bachelorstudiengang in Landeck. „Nur 20 bis 25 Prozent sind Oberländer.“ Aus einem Projekt gegen Abwanderung sei ein Projekt für mehr Zuwanderung geworden. Es bringe nichts, wenn sich die Fronten in diesem Fall verhärten.
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