Zurück zur Selbstverantwortung: „Summe der einzelnen Teile“ im Volx

Wien (APA) - „Die Summe der einzelnen Teile“ nennt sich ein Theaterprojekt, das im Rahmen des Jungen Volkstheaters am Mittwoch im Volx/Marga...

Wien (APA) - „Die Summe der einzelnen Teile“ nennt sich ein Theaterprojekt, das im Rahmen des Jungen Volkstheaters am Mittwoch im Volx/Margareten zur Uraufführung kommt. Das deutsche Regie-Duo Constance Cauers und Malte Andritter hat dafür mit 31 Wienerinnen und Wienern zwischen zehn und 72 Jahren mit unterschiedlichsten Hintergründen gearbeitet und widmet sich der Frage: „Was können wir gemeinsam bewirken?“

Menschen aus drei Generationen wurden in Kooperation mit der Volkshilfe eingeladen, sich über mehrere Monate hinweg gemeinsam dem Thema „Veränderung in Wien“ zu widmen, wie Regisseurin Cauers im APA-Gespräch erläuterte. Dabei hat man auf mehreren Ebenen gearbeitet: Einerseits wurden Interviews mit den Protagonisten geführt, andererseits gab es Annäherungen über Choreografie und Musik. Auch das mumok - Museum für moderne Kunst in Wien war im Vorfeld Schauplatz: „Wir haben in Ausstellungen Interviews geführt und haben uns bei Künstlergesprächen Themen wie Anordnungen und Systemen gewidmet. Daraus ist wiederum eine Choreografie entstanden“, beschreibt Cauers den Prozess.

„Zunächst haben wir Fragestellungen generiert, etwa ‚Wie hat sich Wien verändert?‘ oder ‚Wer ist schuld, dass es so ist, wie es ist?‘“, so Cauers. Und nach Aussagen wie „Die da oben machen nicht alles richtig“ habe man sich gemeinsam gefragt, ob die Verantwortung nicht auch bei den Menschen selbst liegt. Fazit: „Wir müssen zurück zur Selbstverantwortung und einem großen Wir. Wir sind viele und wir können viel bewirken. Denn noch leben wir in einer Demokratie und wir wollen dafür sorgen, dass das so bleibt. Wir haben eine Stimme.“ Ziel der Produktion sei es, Fragen zu stellen, aber nicht zwingend Antworten zu liefern. „Wir lassen auch Leerstellen“, so Cauers.

Die Menschen, die nun auf der Bühne stehen werden, sind nicht nur in der Altersstruktur heterogen, sondern auch in Bezug auf Herkunft und Berufsleben. Auch zwei geflüchtete Menschen finden sich darunter, etwa ein junger Iraker, der in seiner Heimat Tanz und Schauspiel studiert hat. Zu den Themen, die schlussendlich aufgegriffen worden sind, zählt laut Cauers unter anderem „ein bedrohtes Sicherheitsgefühl, auch die Angst vor dem Fremden oder das eigene Aufbegehren gegen bestehende Systeme. Aber auch Wünsche, Utopien und Visionen für die Stadt Wien.“

Die Besonderheit ergibt sich dabei tatsächlich durch die „Summe der einzelnen Teile“, wie vorab verbreitete Zitate aus dem Stück zeigen: „Es war doch schon immer so, es gab immer diese Krisen. Dann hat man sich dann halt neu organisiert“, sagt etwa der 69-jährige Peter. „Ich weiß es nicht. Ich glaub nur, dass eine Demonstration oder so eine Art von Aufstand nur dann entsteht, wenn viele Menschen in derselben dringlichen Lage sind“, so die 27-jährige Magdalena.

Begleitet wurde das Projekt von einem Fernsehteam von ORF III; im Herbst soll eine Dokumentation gesendet werden, die einen Rückblick auf den Prozess bildet. Gespielt wird an fünf Abenden im Volx, am 7. Mai ist man am Vormittag im Rahmen des Festakts „70 Jahre Volkshilfe Österreich“ auch auf der Hauptbühne im Volkstheater zu Gast. Darüber hinaus gibt es bereits Einladungen zu Gastspielen.

(S E R V I C E - „Die Summe der einzelnen Teile“ im Volx/Margareten, Uraufführung am 12. April, 19 Uhr. Regie: Constance Cauers und Malte Andritter, Kooperation mit der Volkshilfe Österreich und dem mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Theatrale Feldforschung des Jungen Volkstheaters. Weitere Termine: 15. und 17. April, 11. und 23. Mai. Infos und Karten unter www.volkstheater.at)