Innsbruck

Müllumstellung in der Innenstadt wird geprüft

(Symbolbild)
© Rudy De Moor / TT

Die Kritik am Müllsammelsystem reißt nicht ab, die FPÖ berichtet von Rattenplagen. Die IKB verweisen auf häufige Abholtermine, die Lage wird evaluiert.

Von Denise Daum

Innsbruck –Müll ist in Innsbruck ein heißes Thema. In der Innenstadt greift seit drei Wochen das neue Sammelsystem: Altpapier und Plastik werden in Tonnen gesammelt und einmal wöchentlich bei den Häusern und Wohnanlagen abgeholt. Durch die gestrige Kritik von Seiten der Wirtschaft, dass vor allem in der Altstadt unzählige überquellende Mülltonnen herumstehen würden, sieht sich FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel voll bestätigt. „Ich bekomme von den Bürgern so viel negatives Feedback“, erklärt Federspiel. In manchen Wohnanlagen gebe es bereits sogar Rattenplagen, weil sich der Müll türme.

Das kann sich Reinhard Oberguggenberger, Leiter der Abfallwirtschaft bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB), nur schwer vorstellen, wie er sagt. Er verweist darauf, dass gerade in der Innenstadt die Umstellung ein deutlich besseres Service biete. „Niemand muss einen Behälter nehmen, wenn er keinen Platz dafür hat. Deshalb haben wir zwei Sammelinseln im Zentrum belassen.“ Oberguggenberger verweist zudem auf kurze Abholintervalle in der Innenstadt.

In ein bis zwei Wochen werden sich die IKB die Situation der zuletzt umgestellten Gebiete und damit auch die Altstadt genau ansehen. Sollten ungenutzte Tonnen herumstehen, würden diese abgezogen. Eine Gesamt­evaluierung der Umstellung erfolgt in der zweiten Jahreshälfte.

Oberguggenberger erinnert nochmals daran, warum das Sammelsystem überhaupt erst umgestellt wurde: „Die Wertstoffinseln haben ausgesehen wie Deponien, und die Fehlwurfquote war so hoch, dass wir den Müll gar nicht mehr verwerten konnten.“ Mit ein Grund sei auch der „Mülltourismus“ gewesen – sprich die Nutzung der Sammelinseln von Bewohnern der Umlandgemeinden.

Die zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (Grüne) bleibt beim Thema Müll gelassen. „Am Abholtag stehen die Tonnen nun mal heraußen. Das ist in vielen anderen Gemeinden auch so.“ Spätestens am Abend müssten die Behälter wieder von öffentlichen Flächen verschwinden. Passiert das nicht, droht eine Verwaltungsstrafe. Und: Von Rattenplagen sei man in Innsbruck weit entfernt. „Das hat es schon bei der Einführung des Bio-Mülls geheißen“, sagt Pitscheider.