Jugendliche Flüchtlinge angekommen
Von Agnes Dorn...
Von Agnes Dorn
Stams –Hunderte Kinder und Jugendliche sind es in Tirol, die aus ihren Heimatländern ohne elterlichen Schutz geflohen sind und die nun vom Roten Kreuz, dem SOS-Kinderdorf und den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) betreut werden. Um ihnen den Weg ins Erwachsenenleben und die Selbstständigkeit leichter zu machen, wurde nun in Stams ein Pilotprojekt in Angriff genommen, das den Jugendlichen in einer Teilselbstversorgerstruktur mehr Verantwortung für die alltäglichen Dinge überträgt und sie nicht mehr rund um die Uhr betreut.
Mindestens 16 Jahre alt müssen die Burschen sein, außerdem die A2-Deutschprüfung erfolgreich bestanden haben. Außerdem gilt es, über eine geregelte Tagesstruktur in Schule oder Lehre zu verfügen. Schließlich müssen sie sich selbst zu dem Schritt raus aus der Vollversorgung entschieden haben.
Bisher sind es sechs Jugendliche, die unter der Obhut von Heimleiterin Angelika Obermair und zwei weiteren Betreuerinnnen stehen. Wenn die restlichen vier Burschen ankommen, wird auch der Betreuerstab auf fünf Personen anwachsen, wie Obermair erklärt.
„Die vier werden gerade in einem Auswahlverfahren gesucht. Für die Jugendlichen gibt es vor dem Einzug eine Orientierungsphase, in der sie sich selbst auch die Frage beantworten müssen ,Will ich das überhaupt, aus der Vollversorgung raus?‘“, erklärt der Koordinator für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge von Tirol, Bernd Juen von den TSD.
Die bereits ins Haus eingezogenen Jugendlichen haben inzwischen bei einer Führung durchs Dorf mit Vizebürgermeister Gerhard Wallner einige der wichtigsten Plätze und Einrichtungen kennen gelernt sowie Kontakt zum Fußballverein und zum Jugendzentrum aufgenommen.
Spätestens Ende Mai, wenn beide Wohnungen im Föger-Haus in Stams bezogen sein werden, wird sich das Heim für alle interessierten Stamser öffnen und jeder wird sich am Tag der offenen Tür ein Bild vom Alltagsleben der zehn jugendlichen Bewohner machen können. (ado)
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