Tirol

Verwandter versendete SMS im Namen von toter Wörglerin

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Mehrere Indizien belasten den Verwandten, der für den Tod einer jungen Wörglerin verantwortlich sein könnte.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck — Rein, raus, rein, raus: Die vergangenen Wochen glichen für den verdächtigen Verwandten einer zunächst verschwundenen und jetzt toten Wörglerin einer Achterbahnfahrt. Mit Zwischenstationen in der Justizanstalt und der vorläufigen Endstation in Freiheit. Nach seiner Festnahme Anfang März saß der Unterländer zwei Wochen in U-Haft, ehe er auf freien Fuß gesetzt wurde. Als die Einsatzkräfte vor zehn Tagen die Leiche der zweifachen Mutter aus dem Inn zogen, wurde der Verdächtige erneut festgenommen, aber zwei Tage später wieder entlassen — keine Untersuchungshaft.

Dass der Taxilenker in den Fokus des Landeskriminalamtes geriet, hat er sich selbst zu verdanken. „Der Mann kaufte nach dem Verschwinden der Wörglerin zwei Wertkarten-Handys, mit denen er im Namen der Vermissten Nachrichten verfasste und verschickte", weiß der bekannte Wiener Strafverteidiger Werner Tomanek, der die Hinterbliebenen der Wörglerin vertritt: „Offenbar wollte er damit simulieren, dass die 26-Jährige noch am Leben ist." Nicht das einzige Indiz, das den Verdächtigen belastet: „Der Verwandte befragte nachweislich auch Google, ob ein abgeschaltetes Handy geortet werden kann", sagt Tomanek: „Außerdem hat der bei den Einvernahmen mehrfach falsch ausgesagt."

Obduktions-Ergebnis erst nach Ostern

Die Indizien, die der Anwalt aufzählt, sind Inhalt des Strafakts. Umso unverständlicher für Tomanek, dass sich der Verwandte der verstorbenen Wörglerin nicht in U-Haft befindet: „Mir ist bewusst, dass die Todesursache derzeit noch unbekannt ist. Aber ich weiß auch, dass Verdächtige in Österreich schon wegen weit geringerer Vorwürfe in U-Haft gerieten. Hier geht's möglicherweise um Mord."

Tomanek wundert sich auch über das Verhalten des Ehemannes der 26-Jährigen: Der sei schon bald nach dem Verschwinden der Wörglerin mit seiner neuen Freundin zusammengezogen. Ein Verhalten, das auch den Ermittlern auffiel: Der Mann wurde festgenommen, aber nach zwei Tagen wieder entlassen.

Das Ergebnis der zweiten Obduktion der Wörglerin, die in Graz durchgeführt wird, ist erst nach Ostern zu erwarten.