Bericht: Gericht in Brasilien erlaubt Ermittlungen gegen neun Minister
Insgesamt umfasse die Liste die Namen von 108 Politikern, darunter die Gouverneure von drei Bundesstaaten, 29 Senatoren und 42 Mitgliedern des Unterhauses. Sie alle sollen in den Odebrecht-Skandal verwickelt sein.
Brasilia – Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat einem Bericht zufolge grünes Licht für Korruptionsermittlungen gegen neun Minister der brasilianischen Regierung gegeben. Auf einer Liste des Staatsanwalts Rodrigo Janot stünden neun Minister aus dem Kabinett von Präsident Michel Temer, berichtete die Zeitung Estadao am Dienstag auf ihrer Website.
Insgesamt umfasse die Liste die Namen von 108 Politikern, darunter die Gouverneure von drei Bundesstaaten, 29 Senatoren und 42 Mitgliedern des Unterhauses. Der Oberste Gerichtshof, der für alle Fälle amtierender Politiker zuständig ist, habe die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal um den Petrobras-Konzern genehmigt, berichtete die Zeitung.
Verwicklungen in Odebrecht-Skandal
Ein Sprecher des Obersten Gerichts und der Staatsanwaltschaft wollten den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht kommentieren. Janot hatte den Obersten Gerichtshof im März gebeten, die Ermittlungsverfahren zu genehmigen.
Die angestrebten Ermittlungsverfahren fußen auf Geständnissen von 77 Führungskräften des Baukonzerns Odebrecht, einem der in den Skandal verwickelten Unternehmen. Odebrecht steht im Zentrum eines Korruptionsskandals, der mittlerweile fast den ganzen südamerikanischen Kontinent überzieht und bis in die Staatsspitzen mehrerer Länder reicht.
In Brasilien sollen dutzende Politiker Schmiergelder von Odebrecht und anderen Baufirmen angenommen haben, das in ihren eigenen Taschen landete oder für Parteienwahlkämpfe ausgegeben wurde. Im Gegenzug erhielten die Firmen gutbezahlte Aufträge für den Staatskonzern Petrobras. (APA/AFP)
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