Die Russland-Kontakte des Trump-Teams

Washington/Moskau (APA/dpa) - Donald Trump sieht sich unangenehmen Fragen ausgesetzt, weil Menschen aus seinem Umfeld während des Wahlkampfe...

Washington/Moskau (APA/dpa) - Donald Trump sieht sich unangenehmen Fragen ausgesetzt, weil Menschen aus seinem Umfeld während des Wahlkampfes Kontakte zu Vertretern Russlands hatten. Das FBI ermittelt dazu. Ein Rückblick:

Juli 2016: Nach einem Hackerangriff auf die Demokratische Partei von Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton veröffentlicht die Enthüllungsplattform Wikileaks fast 20.000 gehackte E-Mails aus dem Parteivorstand. Nach und nach folgen weitere Dokumente, die unter anderem interne Machtkämpfe bei den Demokraten offenbaren. Clintons Wahlkampfteam und IT-Experten machen Russland für die Veröffentlichung mitverantwortlich.

Oktober: Das Heimatschutzministerium und das Büro des nationalen Geheimdienstdirektors werfen Russland vor, mit Hackerangriffen Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf zu nehmen.

Dezember: Der Geheimdienst CIA ist sich sicher, dass Russland durch Hackerangriffe auf das System des demokratischen Parteivorstands gezielt in den Wahlkampf eingegriffen hat, um Trump zu helfen. Trump nennt das „lächerlich“. Die Bundespolizei FBI schließt sich der CIA-Einschätzung an. Der scheidende Präsident Barack Obama ordnet neue Sanktionen gegen Russland an.

Jänner 2017: Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Überzeugung der US-Geheimdienste persönlich eine Kampagne zur Manipulation der Präsidentschaftswahl angeordnet. Die Regierung in Moskau habe unter anderem das Ziel verfolgt, Clinton zu diskreditieren, heißt es in einem Bericht von CIA, FBI und NSA. Putin sei davon ausgegangen, mit Trump leichter eine Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schmieden zu können.

Februar: Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn tritt zurück. Hintergrund ist sein Gespräch mit dem russischen Botschafter in Washington über US-Sanktionen noch vor Trumps Amtsantritt. Darüber hatte er nicht die Wahrheit gesagt.

Februar: Die „New York Times“ berichtet, Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam hätten vor der US-Wahl wiederholt Kontakte zu russischen Geheimdiensten unterhalten. Präsident Trump spricht von Verschwörungstheorien.

März: Die Demokraten in Senat und Abgeordnetenhaus fordern den Rücktritt von Justizminister Jeff Sessions. Er hatte noch vor seiner Amtseinführung zweimal Kontakt zum russischen Botschafter in den USA, dies aber in seiner Anhörung vor dem Senat explizit verneint. Sessions will sich wegen Befangenheit aus den Ermittlungen zu einem möglichen russischen Einmischungsversuch in die Präsidentenwahl heraushalten. Trump unterstellt seinem Vorgänger Barack Obama, ihn abgehört zu haben. FBI-Chef James Comey bestätigt, dass es Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung untersucht. Comey sagt außerdem, es habe im Wahlkampf keine Abhöraktion gegen Trump gegeben