Trump-Fan und Twitter-Tiraden - Schauspieler James Woods wird 70
Hollywood (APA/dpa) - Als Hollywoods Bösewicht machte James Woods Karriere. Der Schauspieler glänzte in Filmen wie „Es war einmal in Amerika...
Hollywood (APA/dpa) - Als Hollywoods Bösewicht machte James Woods Karriere. Der Schauspieler glänzte in Filmen wie „Es war einmal in Amerika“ und „Das Attentat“. Am 18. April feiert er seinen 70. Geburtstag - und macht als Trump-Anhänger und mit Twitter-Tiraden von sich reden.
Spätestens mit diesem Tweet dürfte sich der US-Schauspieler in Hollywood viele Sympathien verscherzt haben. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November schrieb Woods bei dem Kurznachrichtendienst, auf dem er über 600.000 Follower hat: „Ich hätte nie erwartet, dass der Zusammenbruch der Liberalen eine der großen Freuden nach der Trump-Wahl sein werde. Mein Gott, das ist sündhaft köstlicher Spaß!“
Pausenlos setzt Woods Tweets ab, besessen wetterte er im Wahlkampf gegen Hillary Clinton. „Ohrhörer?“, mit dieser Frage und einem Foto von Clinton, das die Demokratin mit einem kleinen Gegenstand im Ohr zeigt, löste er eine heftige Diskussion aus. Sie könne nicht mal aus eigenen Stücken lügen, Berater würden ihr durch diesen Knopf Dinge zuflüstern, so Woods skurrile Verschwörungstheorie.
Woods machte Barack Obama in seinen Posts zum „Verbrecher“ und einer „Abscheulichkeit“. Der Schauspieler fetzt sich aber auch mit anderen Twitter-Nutzern. Ein User, der Woods im verbalen Gefecht als Abschaum und Kokain-Süchtigen bezeichnet hatte, bekam die Rache des Schauspielers zu spüren. Woods zog wegen übler Nachrede vor Gericht und klagte auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz.
Immer weniger hört man dagegen von Woods auf der Leinwand. Seinen letzten Film „Jamesy Boy“, in dem als strenger Gefängniswärter einen jungen Häftling schikaniert, drehte er vor drei Jahren. In Deutschland kam der Streifen gar nicht erst in die Kinos. Roland Emmerich gab Woods eine Nebenrolle in seinem Action-Thriller „White House Down“ (2013). Darin spielt er einen zwielichtigen Secret-Service-Vertrauten des US-Präsidenten, der sich mit Terroristen verbündet.
Das muss man Woods lassen: Bösewichte spielt er perfekt. In dem Krimi „Mord im Zwiebelfeld“ (1979) war er ein kaltblütiger Polizistenmörder, in Sergio Leones Gangsterepos „Es war einmal in Amerika“ (1984) glänzte er als korrupter Verräter. In dem Drama „Das Attentat“ schlüpfte er 1996 in die Rolle eines mörderischen Ku-Klux-Klan-Mitglieds. Sein Nebenrollen-Auftritt brachte Woods die zweite Oscar-Nominierung ein. Zuvor war er schon für seine Hauptrolle als Journalist in Oliver Stones „Salvador“ (1987) nominiert gewesen.
In John Carpenters „Vampire“ (1999) mimte er einen Vampirjäger, in dem Thriller „John Q“ (2002) an der Seite von Denzel Washington einen zynischen Arzt. Der Emmy-Preisträger stach auch mit Fernsehrollen hervor, etwa als ehrgeiziger und skrupelloser Star-Anwalt in der TV-Serie „Shark“.
Auf eine Anfrage bei Woods‘ Agenten, welche Projekte der Schauspieler als nächstes plane, kam keine Antwort. Eines ist offensichtlich: Woods steckt Zeit und Energie in seine neue Aufgabe als konservativer Twitter-Kommentator.
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