Verein lässt goldene Zeit des Bergbaus aufleben

Der Verein Bergwerk Platzertal saniert heuer die Berghäuser auf 2488 Metern Höhe. Bis ins 19. Jh. boomte der Bergbau in der Region.

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Die historischen Berghäuser im Platzertal sollen ab heuer saniert werden.
© Walthart

Von Matthias Reichle

Tösens, Pfunds –Unbeständiges Wetter, die raue alpine Umgebung und eine unglaublich kräftezehrende Arbeit – dass sich Bergwerksknappen über Jahrhunderte trotzdem im Platzertal und im nahen Bergletal abmühten, hat einen Grund: der hohe Anteil von Blei-, Zink- und Kupfererzen, aber auch Silber machten eines der höchsten Bergwerke Europas zu einem lukrativen Abbauort. Bis 1910 die Arbeiten eingestellt wurden – und die Infrastruktur verfiel.

Seit 2007 bemüht sich der Bergwerksverein Platzertal rund um seinen Obmann Christian Sturm um das kulturelle Erbe des Bergbaus hoch über Tösens und Pfunds. Nach dem Abschluss der Sanierung der Bergstation der Materialseilbahn 2015 folgt heuer der zweite große Schritt. Die vier Berghäuser auf 2488 Metern sollen wieder gerichtet werden, bestätigt Projektleiter Christoph Gigele, der ein umfassendes Sanierungskonzept vorgestellt hat.

Es ist der bisher größte Bauabschnitt und soll insgesamt rund 350.000 Euro kosten, betont der Baumeister. Möglich ist das nur mit Geldern aus dem Leaderprogramm, der Kulturabteilung des Landes sowie dem Bundesdenkmalamt, den Gemeinden Pfunds und Tösens und dem TVB Tiroler Oberland. Nach unzähligen Verhandlungsrunden fehle noch die hundertprozentige Zusage der Förderstellen, so Gigele. Dann aber könne man starten. Die Ausschreibungen sind erledigt. Es kamen dabei heimische Firmen zum Zug. Der Wunsch Gigeles wäre, rund um den 20. Juni anzufangen. Drei Jahre sind Zeit – es wartet aber auch viel Arbeit auf der höchsten Kulturbaustelle Europas.

Die Berghäuser sind in einem teils katastrophalen Zustand. Dächer fehlen, Mauern hängen durch oder sind eingestürzt, viele Balken durchgefault. Begleitet wird das Projekt dabei vom Bundesdenkmalamt, das nicht nur die Maßnahmen abgestimmt hat, sondern auch den Teil der Bauforschung übernimmt.

Während das neue Projekt begonnen hat, gibt es bereits neue Ideen. „Die Arbeit geht nicht aus“, schmunzelt der Baumeister. Ein Traum wäre zum Beispiel auch die Öffnung einzelner Stollen, die bis auf 3000 Meter Höhe hinaufreichen, um sie Interessierten wieder zugänglich zu machen.


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