EU-Kommission will Flüchtlingskinder besser schützen
Brüssel (APA) - Die EU-Kommission will verstärkt Kinder und unbegleitete Minderjährige unter den nach Europa kommenden Flüchtlingen schützen...
Brüssel (APA) - Die EU-Kommission will verstärkt Kinder und unbegleitete Minderjährige unter den nach Europa kommenden Flüchtlingen schützen. „Die Zahl der Kinder, die in die EU ohne ihre Familien kommen, ist dramatisch angestiegen“, sagte der EU-Kommissionsvize Frans Timmermans am Mittwoch in Brüssel.
Nach Angaben der EU-Kommission waren waren 2015 und 2016 30 Prozent der Asylbewerber in der EU Kinder. Nach den am Mittwoch veröffentlichten neuesten Zahlen der EU-Kommission wurden von den knapp 100.000 zu verteilenden Migranten aus Italien und Griechenland im Rahmen des EU-Umverteilungsprogrammes (Relocation) bis jetzt tatsächlich 16.548 in andere EU-Staaten gebracht, davon 5.209 aus Italien und 11.339 aus Griechenland.
Die EU-Kommission hat zuletzt darauf gepocht, dass Österreich seiner Verpflichtung zur Aufnahme von knapp 2.000 Flüchtlingen aus Italien und Griechenland bis Herbst 2017 nachkommt. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat wegen der hohen Asylbewerberzahlen in den vergangenen Jahren eine Ausnahme gefordert, sich zuletzt aber zur Aufnahme von 50 Minderjährigen aus Italien bekannt.
Um Kinder unter den Flüchtlingen in Zukunft besser zu schützen schlägt die EU-Kommission folgende Maßnahmen vor: In allen Aufnahmezentren sollten Personen benannt werden, die für die rasche Identifizierung und Registrierung der Kinder zuständig sind. Die EU-Staaten sollen systematisch Informationen über vermisste Kinder austauschen.
Kinder sollten bei ihrer Ankunft als Flüchtlinge ohne Verzögerung Zugang zu Rechtshilfe, Gesundheitsversorgung, psychologischer Unterstützung und Bildung haben, fordert die EU-Behörde weiters. Die EU-Kommission will ein Netzwerk von Erziehungsberechtigten, um beste Praktiken auszutauschen, eine frühzeitige Integration der Flüchtlingskinder fördern und Verfahren zur Familienzusammenführung verstärken.
Die EU-Staaten sollten verstärkt schutzbedürftige Kinder aus Resettlement-Programmen aufnehmen, das heißt bereits anerkannte Flüchtlinge aus Drittstaaten außerhalb der EU. Außerdem will die EU-Kommission sicherstellen, dass Kinder entlang der Flüchtlingsrouten besser geschützt werden und nicht Menschenhändlern in die Hände fallen.
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