Landespolitik

Diskussion um Vergleich mit Hitler

© Robert Parigger

Der Hitler-Vergleich des blauen Nationalrates Wurm sei „einfach dumm“, meint Politologe Gärtner. Die SPÖ regt der Vergleich auf.

Innsbruck –„Es ist unerklärlich, wie der Nationalratsabgeordnete der FPÖ, Peter Wurm, vom Rauchergesetz auf Adolf Hitler kommt. Für derartige Entgleisungen ist in unserer Gesellschaft kein Platz und erst recht nicht in der Politik“, meint SPÖ-Parteichefin Elisabeth Blanik. „Gerade von Politikern und Politikerinnen müsse man erwarten können, dass sie mit ihren Aussagen verantwortungsbewusster umgehen.“ Die SPÖ war die einzige Partei, die auf den Hitler-Vergleich von Wurm reagiert hat.

Politikwissenschafter Reinhold Gärtner sieht darin aber kein Abstumpfen gegenüber solchen Sagern. „Der Vergleich war einfach nur dumm“, meint er. Die Sensibilität für verbale Entgleisungen in der Gesellschaft sieht der Rechtsextremismus-­Experte als gegeben.

Wie berichtet, hatte eine Mail von FP-Nationalrat und Milser Gemeinderat Peter Wurm für Irritationen gesorgt. Der Gemeindevorstand diskutierte per Rundmail über die Sinnhaftigkeit des Rauchergesetzes, als am Ende eine Anmerkung von Wurm kam: Adolf Hitler sei militanter Nichtraucher, Antialkoholiker und Vegetarier gewesen. Eigentlich sei sein Vergleich nicht schwer zu verstehen, meinte Wurm. „Es geht da­rum, dass Raucher eben nicht grundsätzlich schlecht sind und Nichtraucher nicht grundsätzlich gut.“ Beim Politologen löst das „Kopfschütteln“ aus. Hitler müsse wohl ein in Gedanken fest verankertes Bild bei jemandem sein, sonst komme dieser jemand auf den Vergleich gar nicht.

Für Gärtner steht, ungeachtet der letzten Aussagen, fest: „Die FPÖ kommt aus dem Dunstkreis des Deutschnationalen nicht heraus.“ Es würden immer wieder Signale gesendet. „Die Partei braucht die Klientel und darum werden zur Beruhigung in deren Richtung Botschaften gesandt.“

Die FPÖ selbst sieht sich zu Unrecht angegriffen. „Hätte ein Vertreter einer anderen Partei den Vergleich gezogen, wäre es maximal ein kleiner Aufreger. So wird es breitgetreten“, meinte FPÖ-Chef Abwerzger am Dienstag.

„Die FPÖ in der Opferrolle, auch eine übliche Reaktion“, meint der Politologe. (aheu)