Internationale Konferenz gegen den Hunger in Berlin eröffnet

Berlin (APA/AFP) - In Berlin ist am heutigen Mittwoch eine internationale Konferenz gegen den Hunger in Afrika und im Jemen eröffnet worden....

Berlin (APA/AFP) - In Berlin ist am heutigen Mittwoch eine internationale Konferenz gegen den Hunger in Afrika und im Jemen eröffnet worden. „Es ist Soforthilfe notwendig, um das nackte Überleben der Menschen zu sichern“, sagte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel am Mittwoch anlässlich der Veranstaltung „Berliner humanitärer Appell - Gemeinsam gegen Hungersnot“.

„Die Not der Menschen ist ungeheuer groß“, sagte Gabriel. Bei der Konferenz gehe es darum, über eine „Größenordnung“ der Hilfe zu sprechen sowie darüber, wie die betroffenen Länder langfristig stabilisiert werden könnten.

„Die Menschen vor Ort bauen auf unsere Unterstützung“, sagte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller. Der „Berliner Appell“ sei ein „Aufruf an die Weltvölkergemeinschaft, nicht zuzuschauen“. Er kritisierte die „Großmächte Russland, Saudi-Arabien und China“, deren Anteil an der Hilfe „bei null“ liege.

Acht Geber in der Welt finanzierten derzeit 90 Prozent der nötigen Hilfen. Er verwies darauf, dass Deutschland derzeit mit 400 Millionen Euro an Hilfen engagiert sei, die zusätzlich zu den regulären Hilfen geleistet würden.

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi forderte die Weltgemeinschaft auf, „besser zu werden“. Es müsse schnell gehandelt werden, sagte Grandi in Berlin. Nötig sei nicht nur Nahrung. Benötigt würden auch spezielle Hilfen etwa für Kinder sowie Sanitärmaßnahmen.

Grandi sprach mit Blick auf die notleidenden Länder von einer „tödlichen“ Kombination aus „Konflikt, Dürre und erzwungenen Vertreibungen“. Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer, bezeichnete die Krise als „von Menschen gemacht“.

Schätzungsweise 20 Millionen Menschen in den betroffenen Ländern Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen sind vom Hunger bedroht. Die UNO warnte zuletzt vor einem „Massensterben“.

Um eine Katastrophe zu verhindern, sind nach UNO-Angaben rund 5,6 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) notwendig - 4,4 Milliarden Dollar bereits bis Mitte des Jahres. Dies sei „keine Summe, die die Weltgemeinschaft nicht aufbringen kann“, sagte Müller.