Auch Ostern wird kein Plus bringen, Events zum Tiroler Winterfinale
Das Wetter und der Kalender bescheren dem Wintertourismus ein sattes Minus bei den Nächtigungen. Alternativen zum Skitourismus könnten auch im Winter notwendig werden.
Von Verena Langegger
Innsbruck — Auch die Buchungen in den Osterferien werden das Minus der Wintersaison 2016/17 nicht mehr ins Plus drehen können. Tirol Werbung und Land Tirol gehen von einem satten Nächtigungsminus aus. Aktuell gibt es die Daten für die ersten vier von sechs Monaten der Wintersaison, also die Monate November 2016 bis Februar 2017. Dieser Zeitraum entspricht durchschnittlich rund 70 Prozent der Wintersaison, bis dahin fehlen bereits 776.000 Nächtigungen.
„In den Skigebieten läuft alles wie immer", sagt hingegen Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Österreichischen Seilbahnen und selbst Bergbahn-Chef in Gerlos. Endzeitstimmung sei keine zu bemerken. Die Stimmung unter den heimischen Skigebietsbetreibern sei normal. In Ischgl rechne man sogar mit einem neuen Besucher- und Umsatzrekord.
Überblick
- Diese Tiroler Skigebiete haben bis Ostern bzw. bis Mai noch geöffnet: www.tirol.at/fruehlingsskilauf
Doch die Saison stand bereits auf dem Kalender unter schlechten Vorzeichen. „Die Weihnachtsferien haben später begonnen, ein Großteil der Feiertage fiel auf ein Wochenende, und der Samstag als traditioneller Anreisetag ist auf den 24. bzw. 31. Dezember gefallen", erklärt der Chef der Tirol Werbung, Josef Margreiter.
Von November bis Februar sind die Nächtigungen, die TT berichtete, um 4,1 Prozent auf 18,1 Millionen und die Ankünfte um 1,4 Prozent auf vier Millionen zurückgegangen. Als Hauptgrund für den Rückgang erachtet Neuner „die ungünstige Ferienkonstellation in diesem Winter". Und auch im stärksten Monat des Wintertourismus, im Februar, gab es Terminkollisionen, die sich negativ auf die Buchungslage auswirkten. Die bayerischen Winterferien überschnitten sich mit den Krokusferien in Teilen der Niederlande und Belgien. Zudem sei der Schalttag aus dem Vorjahr weggefallen. Dieser habe immerhin zwischen 3,5 und 4 Prozent der Nächtigungen im Februar ausgemacht.
Für Tourismusberater Simon Gspan hat heuer auch das Wetter in den Tiroler Bergen nicht gepasst, was nicht zu beeinflussen sei. „Hier gibt es Unterschiede, in Niederösterreich, klassischerweise kein Skifahrerland, war dafür viel Schnee." Der Anteil an Skifahrern stagniere, zahlenmäßige Zuwächse gebe es nur noch in größeren bzw. zusammengeschlossenen Gebieten.
Alternativen für schneearme oder noch schneeärmere Winter sollte sich die Tourismuswirtschaft jedoch überlegen. „Ein Thema wäre sicher Gesundheitstourismus", sagt Gspan. Einen zahlenmäßigen Ersatz für Skiurlauber könnte es dadurch aber nicht geben, das sei eine Illusion. Dennoch: Skifahrer werde es immer geben. Und Tirol sei ja auch gut aufgestellt. Es existiere für jede Geldbörse das passende Skigebiet.
Trotz des Minus zeigt sich auch die Tirol Werbung nicht gänzlich unzufrieden, immerhin sei der bisherige Winter der sechststärkste aller Zeiten, nach Gästeankünften liegt er auf Platz zwei. Landeshauptmann Günther Platter (VP) spricht den Mitarbeitern im Tourismus seine Anerkennung aus. Sie hätten sich auch in einer Saison, die unter schwierigen Vorzeichen stand, nicht entmutigen lassen.
Events zum Finale
- Spring Season Stubai Zoo: In den letzten Wochen der Saison (14. April bis 15. Mai) heißt es Shredden bei schönster Frühlingssonne im Stubai Zoo.
- Snowdown Hochfügen: Der Saisonausklang wird in Hochfügen am Osterwochenende 2017 mit dem Snowdown gefeiert. Partys, Kinderfest und Live-Musik stehen auf dem Programm.
- Top of the Mountain Easter Concert Ischgl mit Andreas Bourani: Mit einem "Feuerwerk der Endorphine" stellt sich Chartstürmer und Echo-Preisträger Andreas Bourani am Ostersonntag auf der Idalp-Bühne in der Silvretta-Arena vor.
- Pitztaler Schneefest: Mit den "Sumpfkröten" und der Band "T-NG" wird am Ostermontag das 25-Jahr-Jubiläum des Pitztaler Schneefests gefeiert.
- Spring Classics Kaunertal: Bis tief ins Frühjahr, vom 22. April bis 5. Juni, treffen sich am Kaunertaler Gletscher auf fast 3000 Metern Seehöhe Shredder und Freestyler.
- Winterfinale Sölden: Mit einem zweitägigen Fest (29. bis 30. April) verabschiedet Sölden die Skisaison. Das Programm ist bunt, von Schneemobil-und Pistenbullyfahrten bis zu Partys und Live-Musik.
- Ski-Closing Ischgl-Top of the Mountain Concert mit Zucchero: Am 30. April gibt sich wieder einer der ganz Großen die Ehre. Zucchero, der bekannteste italienische Rockmusiker, bittet beim letzten Top of the Mountain Concert der Saison zum Konzert.
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