Rollstuhl-Tennis

Zuerst das Kapperl, dann der Titel

Nico Langmann, 20-jähriger Wiener mit Tiroler Wurzeln, holte in Schwaz im Doppel und Einzel den Meistertitel.
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Bei den österreichischen Meisterschaften im Rollstuhltennis beeindruckten die Sportler in Schwaz mit Ballgefühl und Athletik. Nico Langmann (20) schnappte seinem Idol Martin Legner (55) den Titel weg.

Von Alois Moser

Schwaz –„Verflixt!“ Wenn in der Schwazer Tennishalle die gelben Filzbälle hin und her geschlagen werden, mitunter gehadert und geflucht wird, dann ist das ein ganz normales Tennismatch. Nur dass die Sportler nicht auf zwei Beinen, sondern auf zwei Rädern unterwegs sind. Den Rollstuhl bewegen, das Racket in Position bringen und dazu Ball und Gegner im Auge behalten – wie gelingt diese koordinative Meisterleistung? „Übungssache“ sind sich die Aktiven einig, die hier um die österreichischen Meistertitel spielen.

Organisiert wird das Ganze von Peter Höck: Der 69-jährige Stanser, einst zufällig zum Behindertensport gekommen, ist seit vielen Jahren Trainer der Tiroler Rollstuhltennis-athleten. Der bekennende „Vereinsmeier“ hat sein Herz speziell an den Nachwuchs verloren: „Eigentlich wollte ich im nächsten Jahr endgültig aufhören, aber unsere Jungen sind so begeistert bei der Sache, dass ich mir das noch einmal überlegen werde.“

Margit Fink gewann das Finale gegen Christina Pesendorfer.
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Österreichs Aushängeschild überlegt hingegen noch nicht, das Racket an den Nagel zu hängen: Der Milser Martin Legner, seit 1989 aktiv und mit 55 noch lange kein altes Eisen, kämpfte in Schwaz um den bereits x-ten Staatsmeistertitel. „Ich gebe immer mein Bestes“, so der weltweite Rekordhalter mit mehr als 200 Turniersiegen. Am Ende schied Legner in Schwaz im Halbfinale aus.

„Der Martin hat mir als Jungspund einmal ein Kapperl signiert, und das habe ich immer noch in meiner Tasche,“ blickt Nico Langmann (20) zu seinem Idol auf. Der Wiener mit Tiroler Wurzeln, mittlerweile die Nr. 25 der Weltrangliste, wollte bei seinem „Quasi-Heimturnier“ endlich den ersten Staatsmeistertitel. Das gelang ihm auch. Im Finale besiegte Langmann den Niederösterreicher Josef Riegler.

Josef Riegler wurde Vize-Meister.
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„Meine Schwazer Oma hat einen ganzen Fanklub zusammengetrommelt, um mich zu unterstützen.“ Während viele Querschnittsgelähmte Rollstuhltennis als Therapieform betreiben, gab es für den seit dem zweiten Lebensjahr nach einem Autounfall gelähmten Langmann nie etwas anderes: „Ich bin immer so gewesen, wie ich bin, und finde nicht, dass ich ein eingeschränktes Leben führe.“ Auch finanziell tun sich durch die Anstellung als Heeressportler und Sponsorengelder für den 20-Jährigen neue Möglichkeiten auf, denn: „Vom Rollstuhltennis kann man nicht leben.“

Das Fernziel? „Eine Paralympicsmedaille 2020“. Den ersten Staatsmeistertitel hat er auf jeden Fall schon mal.

Jubel mit seinem „Tiroler Fanklub“: Doppelstaatsmeister Nico Langmann ließ sich in der Schwazer Tennishalle feiern.
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