Bezirk Schwaz

Finanziell auf Schiene, aber wie lange?

© Josef Lackner

Die Haftungsübernahme der Gemeinde Eben für Investitionen bei der Achenseebahn erfolgte nicht ohne Debatte. Auch die Frage nach einer Betriebseinstellung der Zahnradbahn kam dabei auf.

Von Josef Lackner

Eben a. A. –Von einer prekären Situation bei der Achenseebahn sprach Ebens Bürgermeister Josef Hausberger bei der vergangenen Gemeinderatssitzung, als es galt, eine Bürgschaft der Gemeinde für eine Kreditaufnahme der Achenseebahn AG zu beschließen.

Für die technisch notwendigen Erneuerungen von Achsen und Wellen bei drei Loks noch vor dem Start in die neue Saison ist akuter Finanzierungsbedarf der Kosten von 300.000 Euro angesagt. Wobei das Land mit 150.000 Euro einspringt und die andere Hälfte mit einem Bankkredit abgedeckt wird, für den die drei Anrainergemeinden eine Haftungserklärung abgeben müssen. Dabei trifft es die Gemeinde Eben mit 50 % am stärksten, dann Jenbach mit 33 % und Achenkirch mit 17 %.

„Sonst steht die Kiste“, brachte es Hausberger auf den Punkt, „eingestellt ist sie gleich, aber was das in Hinblick auf die lange Tradition der Bahn bedeuten würde, ist auch klar, auch wenn ein paar unter der Bahn leiden.“

Obwohl durch drastische Einsparungsmaßnahmen besonders beim Personal in den letzten beiden Betriebsjahren unter Vorstand Georg Fuchshuber sogar leichte Gewinne erzielt worden seien, bleibe kein Handlungsspielraum für Investitionen, so Hausberger, der als Gemeindevertreter Mitglied des Aufsichtsrates der Bahn ist. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Achenseebahn vom Ministerium nicht mehr als Nahverkehrsmittel, sondern als vorwiegend touristische Einrichtung eingestuft und aus dem mittelfristigen Investitionsprogramm von Bund und Land genommen wurde (die TT berichtete). „Da wird es schwierig werden, wenn Gemeinden und Tourismusverband wie schon in der Vergangenheit auch künftig immer wieder Geld in die Bahn pumpen müssen“, so der Ortschef. Nahverkehrsüberlegungen und moderne Zukunftskonzepte gebe es stapelweise, die befürchtete fehlende Frequenz könne sich aber als größtes Problem herausstellen, da man auch weiterhin als Parallelstruktur den Busverkehr betreiben müsse.

Zweifel an der Sinnhaftigkeit des ständigen Unterstützens der Bahn durch die Gemeinden hegte GR Maria-Luise Gerstenbauer und stellte sogar die provokante Frage: „Warum nicht einstellen?“ in den Raum. Dem konnten andere Mandatare nichts abgewinnen – zu groß sei die Bedeutung der Bahn als Attraktion der Tourismusregion. „Aber über das Finanzielle muss man reden und dauerhafte Lösungen finden, statt die Probleme stets vor sich herzuschieben“, meinte GR Heinrich Moser. Auf die nicht zu knappe Tourismusabgabe setzte GR Anton Kandler und forderte, dass gerade auch das Land vermehrt aus diesen Mitteln wieder was herbringen solle. Schlussendlich ergab man sich dann doch dem „Unausweichlichen“ und segnete einstimmig die Haftungsübernahme ab.

In Achenkirch und Jenbach hatte es zuvor schon grünes Licht gegeben.