Montenegro: Anklage für Putschversuch fertiggestellt
Podgorica (APA) - Montenegros Sonderstaatsanwaltschaft hat die Anklage im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom letzten Oktober fertiggeste...
Podgorica (APA) - Montenegros Sonderstaatsanwaltschaft hat die Anklage im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom letzten Oktober fertiggestellt. Im Laufe des Tages soll sie dem zuständigen Gericht zugestellt werden, wie Medien am Donnerstag in Podgorica berichten.
Zwei russische Geheimdienst-Mitarbeiter sollen die „kriminelle Organisation“ angeführt haben, wie der TV-Sender RTCG berichtete. Sie hatten laut der Staatsanwaltschaft die Aufgabe, Personen anzuheuern, die bereit wären, an der Vorbereitung und der Durchführung von Straftaten (Putschversuch) teilzunehmen. Dabei sollen sie „eine unbestimmte Anzahl von terroristischen Straftaten“ sowie den „Mord von Spitzenfunktionären Montenegros“ geplant haben. Ihr Ziel sei es gewesen, Montenegro „dauerhaft zu destabilisieren“ und mit „Gewalt die Macht“ zu übernehmen, hieß es weiter.
In der Anklage wurden auch zwei Mitglieder der Demokratischen Front, Andrija Mandic und Milan Knezevis, erfasst, wie der Sender berichtet. Sie stünden unter dem Verdacht, seit Anfang 2016 der Putschistengruppe angehört zu haben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Noch ist unklar, wie viele Personen angeklagt sind. Die Ermittlungen waren gegen mindestens 25 Personen geführt worden.
Der montenegrinische Sonderstaatsanwalt Milivoje Katnic hatte im Februar staatliche russische Organe beschuldigt, an den Vorbereitungen des Umsturzversuches in der Wahlnacht im vergangenen Oktober beteiligt gewesen zu sein. Die Putschisten - mittlerweile gibt es 25 Tatverdächtige - sollen eine Besetzung des Parlaments und die Ermordung des damaligen Premiers Milo Djukanovic geplant haben. Der Putschversuch war durch die Festnahme von 20 Serben, vermeintlichen Putschisten, am Vorabend der Wahlen in Podgorica vereitelt worden.
Die seit 1991 regierende Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) von Djukanovic hatte die Parlamentswahlen gewonnen. Russland hatte im Vorjahr mit großem Unmut auf die Einladung der NATO an Montenegro reagiert, sich der Allianz anzuschließen.
Kommentare