Regierungsanhänger in Venezuela störten Messe von Kardinal

Caracas (APA) - In Venezuela haben laut Medienberichten Anhänger des sozialistischen Regierungslagers am Mittwoch (Ortszeit) einen Gottesdie...

Caracas (APA) - In Venezuela haben laut Medienberichten Anhänger des sozialistischen Regierungslagers am Mittwoch (Ortszeit) einen Gottesdienst des Erzbischofs von Caracas, Kardinal Jorge Urosa Savino, gestört. In einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Video sei zu sehen, wie sich Gläubige und Demonstranten ein Handgemenge lieferten, berichtete Kathpress am Donnerstag.

Urosa musste demnach von Sicherheitskräften geschützt werden. Oppositionspolitiker verurteilten nach einem Bericht der regierungskritischen Tageszeitung „El Nacional“ die Attacke auf den prominenten Kirchenführer, der sich jüngst auf die Seite der Demonstranten gegen die Regierung von Präsident Nicolas Maduro gestellt hatte.

Noch am Sonntag hatte Urosa zu Besonnenheit in der angespannten Lage aufgerufen. Dem TV-Sender Globovision sagte der Erzbischof, es gelte, die Emotionen zu kontrollieren. Das Volk dürfe seine Rechte verteidigen. Dies müsse aber gewaltfrei und stets im Einklang mit der Verfassung geschehen. Eine Demonstration gegen den sozialistischen Präsidenten Maduro in Caracas war zuvor erneut in Gewalt umgeschlagen; es gab dutzende Festnahmen. An der Protestkundgebung, der vierten innerhalb einer Woche, nahmen etwa 4.000 Menschen teil.

Das von der Opposition dominierte Parlament und die Regierung attackieren einander seit Monaten. Durch ein Ämterverbot für den konservativen Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski wegen „administrativer Unregelmäßigkeiten“ wurde der Machtkampf vergangene Woche weiter angeheizt. Viele räumten dem Gouverneur von Miranda gute Chancen für die für das kommende Jahr geplanten Präsidentschaftswahlen ein. Das Verbot ziele nur darauf ab, populäre Politiker auszuschalten, so der Vorwurf von Kritikern. „Das Land hat den Pfad der Diktatur gewählt“, sagte Capriles selbst. Kritik kam auch aus anderen lateinamerikanischen Staaten und den USA.