Assad sieht sich als Opfer von „konstruierten“ Vorwürfen des Westens
Damaskus (APA/AFP) - Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat der Nachrichtenagentur AFP sein erstes Interview nach dem mutmaßlichen Giftgasan...
Damaskus (APA/AFP) - Syriens Machthaber Bashar al-Assad hat der Nachrichtenagentur AFP sein erstes Interview nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun gegeben. Darin bestritt er am Mittwoch, dass seine Armee die syrische Kleinstadt Anfang des Monats mit Chemiewaffen bombardiert und dadurch fast 90 Menschen getötet habe.
Als Reaktion hatten die USA den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Shayrat mit Raketen beschossen. Nach Assads Darstellung stecken die USA mit den „Terroristen“, wie Damaskus die syrischen Aufständischen pauschal bezeichnet, unter einer Decke. Die zentralen Äußerungen Assads im Wortlaut:
Zweifel am Vorfall in Khan Sheikhoun:
„Es gibt jetzt viele Fake-Videos.“
„Wir wissen nicht, ob diese toten Kinder in Khan Sheikhoun getötet wurden. Waren sie überhaupt tot?“
Zu den Vorwürfen des Westens gegen Damaskus:
„Es gab keine Anordnung, irgendeinen Angriff zu verüben. ... Wir haben unser (Chemiewaffen-)Arsenal vor ein paar Jahren aufgegeben. Selbst wenn wir sie hätten, würden wir sie nicht benutzen.“
„Definitiv, das ist für uns zu hundert Prozent konstruiert (...) Unser Eindruck ist, dass der Westen, insbesondere die USA, mit den Terroristen sehr eng zusammenarbeiten. Sie haben die ganze Geschichte konstruiert, um einen Vorwand für den Angriff zu haben.“
Zu einer möglichen internationalen Untersuchung des Vorfalls in Khan Sheikhoun:
„Wir können nur eine Untersuchung erlauben, wenn sie unparteiisch ist, wenn wir sicherstellen, dass unbefangene Länder sich an dieser Delegation beteiligen, um sicherzustellen, dass sie es nicht zu politischen Zwecken nutzen.“
Zu dem US-Angriff auf Al-Shayrat:
„Unsere Feuerkraft, unsere Fähigkeit, die Terroristen anzugreifen, ist durch den Angriff nicht beeinträchtigt worden.“
Zur grundsätzlichen US-Strategie in Syrien:
„Die USA meinen es nicht ernst in ihrem Bemühen um eine politische Lösung. Sie wollen den politischen Prozess nutzen, um die Terroristen zu schützen.“
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