21-Milliarden-Euro-Angebot für SCA-Hygienesparte

Stockholm/Pernitz (APA/Reuters) - Mehrere Finanzinvestoren wollen einem schwedischem Medienbericht zufolge einen Großteil des auch in Österr...

Stockholm/Pernitz (APA/Reuters) - Mehrere Finanzinvestoren wollen einem schwedischem Medienbericht zufolge einen Großteil des auch in Österreich tätigen schwedischen Papierkonzerns SCA für umgerechnet knapp 21 Milliarden Euro übernehmen.

Im Gespräch sei der Kauf der Hygienesparte, die auch Papiertaschentücher der Marke Tempo herstellt, berichtete die schwedische Zeitung „Dagens Nyheter“ unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Der Aktienkurs des Stockholmer Konzerns legte am Donnerstag um bis zu 9,8 Prozent zu und erreichte ein Rekordhoch. SCA äußerte sich vorerst nicht.

In Österreich betreibt SCA eine Fabrik in Ortmann bei Pernitz in Niederösterreich, wo rund 600 Mitarbeiter Toilettenpapier, Servietten und Taschentücher herstellen. Ortmann ist laut Firmenangaben eine der größten Produktionsstätten für Hygieneartikel der Gruppe (u.a. Zewa, Cosy Toilettpapier). Die Anlage hat eine Kapazität von über 132.000 Tonnen. Das Werk Ortmann beging 2016 sein 150jähriges Bestehen und gehört seit 1995 zum SCA-Konzern.

„Dagens Nyheter“ zufolge gaben mindestens zwei internationale Finanzinvestoren vor mehreren Wochen gemeinsam ein Angebot über 200 Milliarden Kronen ab. Unklar ist, ob darin auch Verbindlichkeiten enthalten sind. Per Ende 2016 hatte SCA langfristige Schulden von 31 Milliarden Kronen.

Handelsbanken-Analyst Karri Rinta sagte, 200 Milliarden Kronen wäre ein guter Preis für SCA. Sollten Verbindlichkeiten darin enthalten sein, wäre das Angebot für Aktionäre aber „ziemlich uninteressant“.

SCA hatte in der vergangenen Woche formell beschlossen, die Hygienesparte abzuspalten und noch in diesem Jahr unter dem Namen Essity an die Börse zu bringen. Der Firmenteil steuert 86 Prozent der Umsätze bei.

Das verbliebene Geschäft mit Holzprodukten soll den Namen SCA behalten. Der Konzern ist mit 2,6 Millionen Hektar nach eigenen Angaben der größte private Waldbesitzer Europas.

SCA hatte bereits im Dezember bekanntgegeben, für 2,74 Milliarden Euro den deutschen Leukoplast-Pflasterhersteller BSN Medical zu übernehmen. Die Tochter soll ebenfalls in der abgespaltenen Firma Essity aufgehen.