Tiroler Dealer im Darknet gestellt
Innsbruck – Als Darknet bezeichnet man anonyme Netzwerke, bei denen die Teilnehmer nicht über zentrale Server kommunizieren, sondern über me...
Innsbruck –Als Darknet bezeichnet man anonyme Netzwerke, bei denen die Teilnehmer nicht über zentrale Server kommunizieren, sondern über mehrere zwischengeschaltete und ständig wechselnde Server. Während also bei einer normalen Verbindung im Internet der Provider Sender und Empfänger einer Nachricht kennt, werden diese im Darknet völlig verschleiert.
Verirren sich Tiroler über einen speziellen Browser in die dunklen Gänge des Netzes, hat dies nicht selten mit Kriminalität zu tun. So ist seit 2015 bei Drogenbeschaffungen diesbezüglich eine klare Tendenz zu vermerken. Nach etlichen Verurteilungen von solchen Darknet-Dealern am Landesgericht war jüngst ein junger Tiroler wegen XTC-Tabletten und 300 Gramm Speed angeklagt. In seinem Fall hatte man zuvor einen deutschen Lieferanten samt Festplatte erwischt. Sechs Monate bedingte Haft und 2160 Euro Geldstrafe ergingen.
So sicher, wie sich viele Bitcoin-Bezahler dabei fühlen, ist die Sache auch wieder nicht. Erstens schlafen auch die IT-Fahnder nicht und zweitens machen ganz konventionelle Fahndungsmethoden die ganze Web-Geheimtuerei wieder zunichte.
Die Online-Lieferanten werden nämlich oft so groß, dass sie bald der Polizei auffallen. Eine einzige Hausdurchsuchung genügt dann, das Netzwerk samt Bestellern – ähnlich wie im Kinderpornobereich – weltweit auffliegen zu lassen. Die Unternehmer am anderen Ende des Netzes haben nämlich meist eine ganz normale Buchführung. (fell)