Frankreich-Wahl - Die Präsidenten in der Fünften Republik

Paris (APA/AFP) - In rund einer Woche steht die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl an. Seit der Gründung der Fünften Republi...

Paris (APA/AFP) - In rund einer Woche steht die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl an. Seit der Gründung der Fünften Republik 1958 hatte Frankreich sieben Staatschefs:

Charles DE GAULLE (1890-1970), der Kriegsheld und konservative Gründervater der Fünften Republik, wurde am 8. Jänner 1959 von einem Wahlmänner-Kollegium zum ersten Präsidenten bestimmt. Nach knapp siebenjähriger Amtszeit wurde der Ex-General vom Volk für eine weitere Amtszeit gewählt. In einer Stichwahl setzte er sich klar gegen den Sozialisten Francois Mitterrand durch. De Gaulle trat am 28. April 1969 zurück, nachdem er eine Volksabstimmung verloren hatte.

Nachfolger Georges POMPIDOU (1911-1974), langjähriger Premierminister unter De Gaulle, gewann 1969 in der Stichwahl mit deutlichem Abstand gegen den Senatspräsidenten und Interims-Staatschef Alain Poher. Der Liebhaber moderner Kunst, nach dem der Pariser Kulturkomplex Centre Pompidou benannt ist, vollendete seine Amtszeit nicht: Er starb am 2. April 1974 an der Waldenström-Blutkrankheit.

Dritter Präsident wurde am 24. Mai 1974 Valery GISCARD D‘ESTAING. Der 1926 in Koblenz geborene Liberale setzte sich gegen Mitterrand nur knapp durch: In der Stichwahl gewann der überzeugte Europäer mit 50,8 Prozent der Stimmen. Mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt bildete Giscard ein berühmtes Europa-Gespann.

Im dritten Anlauf erfüllte sich Francois MITTERRAND (1916-1996) seinen Traum: Als erster Sozialist schaffte er es 1981 an die Spitze der Fünften Republik. Der gewiefte Taktiker wurde 1988 auch als erster französischer Präsident vom Volk wiedergewählt. Er setzte sich in der Stichwahl gegen den Neo-Gaullisten Jacques Chirac durch. Mit 14 Jahren Amtszeit stellte Mitterrand einen Rekord auf, der wohl ungeschlagen bleiben wird, denn seit 2002 wird der Präsident nur noch für fünf Jahre gewählt.

Nach Mitterrands Ausscheiden schlug die Stunde von Jacques CHIRAC: Der frühere Bürgermeister von Paris gewann in der Stichwahl gegen Sozialistenchef Lionel Jospin und wurde am 17. Mai 1995 Präsident. Am 5. Mai 2002 wurde der konservative Chirac gegen den Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen im Amt bestätigt.

Im Mai 2007 beerbte Nicolas SARKOZY Chirac im Elysee-Palast. Der Konservative setzte sich gegen die Sozialistin Segolene Royal durch. In der wenig später ausgebrochenen weltweiten Finanzkrise bildete er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Gespann „Merkozy“. Mit seinem Aktionismus und seinem ausgesprochen rechtslastigen Kurs verprellte „Super-Sarko“ aber viele Franzosen. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 unterlag er seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande.

Francois HOLLANDE wurde im Laufe seiner Amtszeit noch unbeliebter als Sarkozy. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit blieb er weitgehend erfolglos, mit einem unternehmerfreundlichen Kurswechsel brachte er viele Sozialisten gegen sich auf. Angesichts miserabler Umfragewerte verkündete Hollande im Dezember 2016, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren - ein beispielloser Vorgang in der jüngeren französischen Geschichte.