Nach Prozess um angezündete Zelle: Keine Rauchmelder in JA Josefstadt
Wien (APA) - Der auf Mitte Mai vertagte Prozess gegen den Häftling der Justizanstalt (JA) Wien-Josefstadt, der seine Zelle angezündet und da...
Wien (APA) - Der auf Mitte Mai vertagte Prozess gegen den Häftling der Justizanstalt (JA) Wien-Josefstadt, der seine Zelle angezündet und damit das Leben seiner Mitgefangenen und der Justizwachebeamten in Gefahr gebracht hat, wirft die Frage auf, ob die Hafträume ausreichend gegen Feuer geschützt sind. In der JA Josefstadt gibt es in den Zellen keine Rauchmelder, so Anstaltsleiterin Helene Pigl am Freitag.
Pigl verwies im Gespräch mit der APA auf die Notruftaste, die sich in jeder Zelle befindet und die bei Gefahr im Verzug von den Insassen betätigt werden kann. Es sei garantiert, dass die Justizwache umgehend reagiere und Nachschau halte, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit, so Pigl. Im konkreten Fall hatte der Brandstifter - ein Algerier, der in eine andere Zelle verlegt werden wollte - seine Mitgefangenen allerdings mit zwei gezückten Speisemessern bedroht und am Drücken der Notruftaste gehindert. „Das ist ein fataler Fall“, räumte Pigl ein. Ähnliches sei bisher aber nicht vorgekommen. Der betreffende Häftling sei zuletzt auch nicht mehr auffällig gewesen. Er befindet sich mittlerweile in einer Einzelzelle.
In den österreichischen Gefängnissen sind Rauchmelder in den Zellen grundsätzlich nicht vorgesehen, hieß es auf Anfrage seitens der Generaldirektion für den Strafvollzug. Sie wären baubehördlich nicht vorgeschrieben. Jeder Haftraum bilde aber einen eigenen „Brandabschnitt“ mit am Gang, unmittelbar neben den Türen angebrachten Rauchmeldern. Jede Justizanstalt habe eine funktionierende Brandmeldeanlage, die - basierend auf Brandschutzplänen und einem Sicherheitskonzept - im Notfall ausreichenden Schutz biete.
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