Syrien zu Zusammenarbeit mit OPCW bereit - Russland kritisiert USA

Den Haag (APA/dpa) - Zur Klärung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Syrien hat die Regierung in Damaskus der Organisation für das Verbot c...

Den Haag (APA/dpa) - Zur Klärung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Syrien hat die Regierung in Damaskus der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) ihre Unterstützung zugesagt. „Wir werden alles fördern, was zum Erfolg führt, einen objektiven Bericht zu ermöglichen“, sagte der syrische Außenminister Walid al-Muallem der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau.

Syriens Verbündeter Russland übte zugleich scharfe Kritik an der Arbeit der OPCW nach den Giftgasvorwürfen vom 4. April. Sonderermittler der OPCW untersuchen den Fall. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf der Organisation vor, sich dazu nicht auf syrisches Gebiet zu begeben und aus der Entfernung nach Beweisen zu suchen. Dies sei nicht objektiv, sagte Lawrow. Auch der syrische Außenamtschef Al-Muallem lehnte das Vorgehen entschieden ab, auf türkischem Gebiet Proben zu sammeln und nicht in Syrien selbst. Die russische Regierung betonte, das Vertrauen in die OPCW sinke.

Die USA beschuldigen Syrien, Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt zu haben. Bei dem Vorfall in Khan Sheikhoun in der Provinz Idlib waren rund 80 Menschen getötet worden. Syrien und Russland weisen die Vorwürfe zurück. Der Westen habe für seine Anschuldigungen keine Beweise vorgelegt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

In Moskau berieten die Außenminister Syriens und des Irans mit Lawrow über ihr Vorgehen. Russland und der Iran sind die engsten Verbündeten der syrischen Führung und unterstützen Damaskus militärisch.

Das Dreiertreffen folgte auf den Moskau-Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwoch. Dabei hatte es keine Annäherung zwischen Russland und den USA gegeben. Der Streit wegen der Giftgasvorwürfe und des darauf folgenden US-Angriffs auf eine syrische Militärbasis überschattete das Treffen.

Lawrow beschuldigte die USA, die Attacke sei darauf gerichtet gewesen, den Friedensprozess in Syrien zu stören und einen Machtwechsel herbeizuführen. Die russischen Behörden bekräftigten zugleich, dass die Militärführungen in Moskau und Washington weiterhin in Kontakt stünden, um etwaige Zwischenfälle zu vermeiden. Der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif forderte eine internationale Untersuchung des US-Angriffs.