Krieg in der Ostukraine geht ins vierte Jahr
Kiew/Moskau (APA/dpa) - Die Ukraine hat in drei Jahren Krieg gegen die von Moskau unterstützten Separatisten 2.652 Soldaten verloren. 9.578 ...
Kiew/Moskau (APA/dpa) - Die Ukraine hat in drei Jahren Krieg gegen die von Moskau unterstützten Separatisten 2.652 Soldaten verloren. 9.578 Angehörige von Armee, Nationalgarde, Innenministerium, Geheimdienst und Grenztruppen seien verletzt worden, sagte Militärsprecher Andrej Lyssenko am Freitag in Kiew. Es war der dritte Jahrestag der sogenannten Anti-Terror-Operation im Osten, die Ex-Sowjetrepublik geht damit in ihr viertes Kriegsjahr ohne Aussicht auf ein Ende.
Auch am Donnerstag kam trotz einer Oster-Waffenruhe im Kohlerevier Donbass ein ukrainischer Soldat ums Leben. Zwei weitere wurden nach Angaben vom Freitag verletzt. Dabei hatten die Konfliktparteien erst am Mittwoch bei Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk bekräftigt, die seit Anfang April geltende Waffenruhe einzuhalten.
Zahlen zu den Verlusten der separatistischen Volksrepubliken Donezk und Luhansk gibt es nicht. Doch die Vereinten Nationen schätzen, dass seit dem 14. April 2014 insgesamt etwa 10.000 Menschen in der Ostukraine getötet worden sind. Viele von ihnen waren Zivilisten. Ein 2015 abgestimmter Friedensplan wird bisher nicht umgesetzt.
Alexander Turtschinow, der im Frühjahr 2014 Übergangspräsident war, verteidigte im Rückblick seinen Befehl, gegen westliche Bedenken das Militär einzusetzen. Kiew setzte damals aber zuerst auf Einheiten Freiwilliger, die Armee galt als nicht kampfbereit. „Ich hatte keine Wahl, und ich würde diesen Weg wieder gehen. Ich musste das Land verteidigen“, sagte Turtschinow in einem Interview der BBC.
Damals hatten Separatisten im Osten Verwaltungsgebäude besetzt. Über die nahe Grenze waren Bewaffnete aus Russland eingedrungen, eine Antiterroreinheit des ukrainischen Geheimdienstes war in einen Hinterhalt geraten. „Wir begriffen, dass wir es mit einer russischen Aggression zu tun hatten“, sagte Turtschinow, der heute den Sicherheitsrat der Ukraine leitet.
Trotzdem konnte rechtlich nicht der Kriegszustand ausgerufen werden, sonst hätte die für Mai 2014 angesetzte vorgezogene Präsidentenwahl nicht stattfinden können. In den Monaten zuvor war erst nach blutig eskalierenden Massenprotesten in Kiew der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch geflohen. Dann hatte Russland handstreichartig die Schwarzmeerhalbinsel Krim besetzt und angegliedert. Schließlich kam es zu dem Aufstand im vorwiegend russischsprachigen Osten.
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