Erdogan will Beziehungen zu Europa nach Referendum „prüfen“ lassen
Ankara (APA/dpa) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach dem Referendum am Sonntag die künftigen Beziehungen der Türkei zu ...
Ankara (APA/dpa) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach dem Referendum am Sonntag die künftigen Beziehungen der Türkei zu Europa überprüfen lassen. Die Europäische Union habe den EU-Beitrittskandidaten Türkei unangemessen lange außen vor warten lassen, sagte Erdogan am Freitagabend dem staatlichen Sender TRT. „Die Türkei ist nicht ihr Prügelknabe, jeder wird ihren Platz kennen“, sagte er.
An diesem Sonntag sind 55,3 Millionen Wahlberechtigte in der Türkei zur Teilnahme an dem Referendum aufgerufen. Im Ausland - wo zusätzlich 2,9 Millionen wahlberechtigte Türken registriert sind - wurde bereits gewählt. Das Präsidialsystem würde Erdogan deutlich mehr Macht verleihen. Gegner der Verfassungsreform warnen vor einer Ein-Mann-Herrschaft.
Erdogan äußerte sich zuversichtlich, dass die „Ja“-Stimmen beim Referendum siegen werden. Die Zustimmung liege laut einigen Umfragen unter 55 Prozent, andere hätten zwischen 55 und 60 Prozent ergeben.
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zuvor erklärt, die Türkei werde die Verhandlungen über eine Visumliberalisierung für ihre Staatsbürger in der EU vorantreiben. Die Aussicht auf Visafreiheit für türkische Staatsbürger in der EU ist Teil des im März 2016 abgeschlossenen Flüchtlingsabkommens zwischen Ankara und Brüssel.
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