Fußball

Sprengstoff aus BVB-Attentat womöglich von der Bundeswehr

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Der Geschäftsführer des Dormunder Spitzenclubs wollte den Tätern den Sieg nicht überlassen. Unterdessen ist über die Hintergründe der Tat weiterhin nichts bekannt.

Berlin – Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des deutschen Fußball-Spitzenclubs Borussia Dortmund, hat kurz erwogen, nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus das Team aus der Champions League zurückzuziehen. „Ich habe kurz überlegt, ob wir uns nicht ganz aus dem Wettbewerb verabschieden sollen“, sagte Watzke dem Nachrichtenmagazin Spiegel. „Aber dann wäre es für die Täter ein Sieg gewesen.“

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund.
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Nach Einschätzung Watzkes galt der Anschlag am vergangenen Dienstag nicht ausdrücklich dem Dortmunder Fußballverein. „Es war vielmehr ein Anschlag auf die Bundesrepublik Deutschland“, sagte Watzke, der am Tag danach dann mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (beide CDU) telefoniert hatte.

Watzke berichtete, wie er am Morgen nach dem Anschlag zur Mannschaft gesprochen hatte: „Wenn einer sich nicht in der Lage fühlt zu spielen, dann kann er das dem Trainer sagen. Und ich habe auch gesagt: Von uns hätte es vollstes Verständnis gegeben und jede Form der Unterstützung. Jede!“

Drittes Bekennerschreiben

Vier Tage nach dem Anschlag auf die Fußballer von Borussia Dortmund halten die Ermittler nach einem Bericht der Bild-Zeitung einen rechtsextremen Hintergrund für wahrscheinlicher als einen islamistischen. „Aufgrund der Gesamtumstände gehen wir am ehesten von Tätern aus dem rechtsextremen Milieu aus“, zitierte das Blatt am Samstag einen namentlich nicht genannten Ermittler.

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte dazu: „Wir kommentieren das nicht.“ Die Behörde bestätigte aber, dass sie eine beim Tagesspiegel in Berlin eingegangene E-Mail überprüfe. Der offenbar rechtsextreme anonyme Verfasser nennt laut Tagesspiegel den Anschlag eine „letzte Warnung“. Sicherheitskreise halten es dem Zeitungsbericht zufolge für möglich, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handeln könnte.

Hintergründe weiter unklar

Am Dienstagabend waren neben dem Mannschaftsbus der Fußballer drei mit Metallstiften bestückte Sprengsätze explodiert. Der Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Bereits am Mittwoch waren Zweifel aufgetaucht, ob drei identische, am Tatort gefundene Bekennerschreiben tatsächlich islamistischen Ursprungs sind. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte am Freitag einen Bericht von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, wonach mittlerweile eine islamwissenschaftliche Untersuchung „erhebliche Zweifel“ ergeben habe. Der oder die Verfasser der textgleichen Schreiben hätten demnach vermutlich nur den Eindruck erwecken wollen, die Tat habe einen islamistischen Hintergrund.

Hetze gegen „Multi Kulti“

Die Überprüfung der Echtheit der am Donnerstagabend beim Tagesspiegel eingegangenen Mail war laut Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Samstag noch nicht abgeschlossen. Der Verfasser bezieht sich darin laut Zeitungsbericht auf Adolf Hitler und hetzt gegen „Multi Kulti“. Es wurde ein weiterer Angriff angekündigt. Am 22. April werde „buntes Blut“ fließen. Der „Trupp Köln“ stehe bereit.

Sprengstoff möglicherweise von der Bundeswehr

Die Drohung ziele vermutlich auf die zu erwartenden zahlreichen Demonstranten, die gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden Bundesparteitag der AfD protestieren wollten, berichtete das Blatt. Die Bekennermail könne mit dem Anschlag zu tun haben, „es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein“, zitierte die Zeitung Sicherheitskreise.

Der bei dem Anschlag verwendete Sprengstoff stammt einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise von der Bundeswehr. Das berichtete die Welt am Sonntag am Samstag im Voraus unter Berufung auf Ermittlerkreise. „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr“, zitierte das Blatt Insider.

„Aber das wird noch geprüft.“ Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen. (APA/Reuters/dpa)

BVB-Spieler Bartra geht es schon besser.
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