Vier wichtige Punkte im Tiroler Fußball-Osternest
Platz vier verteidigt, neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – beim FC Wacker kann man schon relativ beruhigt die Zukunftsplanungen angehen. Das 3:3-Remis der WSG Wattens gegen BW Linz war ein echter Kraftakt.
Geburtstagsgeschenk für Daxbacher
Von Wolfgang Müller
Innsbruck – „Ein schöneres Geschenk hätten sie mir gar nicht machen können“, konnte Karl Daxbacher am Samstag entspannt seinen 64. Geburtstag feiern. Nach dem 2:1-Erfolg beim Tabellenschlusslicht wurde im schwarzgrünen Lager einmal kollektiv tief durchgeatmet. „Wir haben gewusst, dass wir uns mit einem Dreier in Floridsdorf Luft verschaffen können, und das haben wir getan“, meinte Sebastian Siller, der nach einer Standardsituation die 2:0-Führung erzielte. Übrigens der zweite Kopfballtreffer des Innenverteidigers. Zum dritten Mal in dieser Saison jubelte Roman Kerschbaum. Der 23-jährige Mittelfeldspieler war auffälligster FCW-Kicker auf dem holprigen Rasen in Floridsdorf.
Die Entspannung im Abstiegskampf sieht Daxbacher zugleich als Auftrag, im Saisonfinale erst recht weiter Gas zu geben: „Die Tendenz zeigt klar nach oben und da sollten wir konzentriert dranbleiben.“ Heißt bereits am Dienstag gegen Kapfenberg und erst recht im vierten Derby am Freitag in Wattens.
Dass sich die „30er“ beim FC Wacker zumeist mit der Reservistenrolle abfinden müssen oder gar auf der Tribüne Platz nehmen müssen, sieht Daxbacher relativ nüchtern: „Ich bin immer bestrebt, die beste Mannschaft aufzustellen, und daran wird sich auch nichts ändern. Die Jungen haben zuletzt eben ihre Chance genützt. Und wenn fast der gesamte Kader fit ist, wird es immer welche geben, die unzufrieden sind.“
Elfergeschenk Resultat der WSG-Moral
Von Alex Gruber
Wattens – Natürlich war es einem grandiosen Fehlpfiff von Schiedsrichter Alan Kijas zu verdanken, dass Wattens vom Elfmeterpunkt in der 93. Minute zum Ausgleichstreffer durch Benni Pranter kam. Aber solche Geschenke muss man mit Nervenstärke erst annehmen. Und es war einem unbändigen Willen zu verdanken, der die WSG nach dem unnötigen Platzverweis gegen Niels-Peter Mörck (55.) mit allen Wechseloptionen in Unterzahl nach vorne trieb. BW Linz ließ in Minute 90 sogar eine Kontersituation vier gegen eins liegen, ehe WSG-Angreifer Milan Jurdik Linz-Goalie Hankic rammte und dafür einen Elfer zugesprochen bekam. „Alle Menschen machen Fehler“, sagte Linz-Trainer Klaus Schmidt nach dem Spiel. Was er sich wirklich gedacht hat, könnte etwas anderes sein.
Denn der Punkt war am Freitagabend nach dreimaligem Rückstand und bei diesem Spielverlauf im Abstiegskampf nur Gold für die Wattener wert. „Die Moral hat absolut gepasst. Aber anders geht es bei uns sowieso nicht“, wusste Wattens-Coach Thommy Silberberger, der eben auf einen „Lucky Punch“ im Finish hoffte. Und er kam.
Davor lief vieles falsch. Eine falsche Startaufstellung kreidete sich der WSG-Trainer in Absprache mit seinen Kollegen selbst an. Aber: „Die falsche Aufstellung hat nichts mit den fatalen individuellen Fehlern zu tun.“ Davon gab es bei den drei Gegentoren mehr als genug.
Auf einen Benni Pranter ist in dieser Saison aber fast immer Verlass. „Wir waren nicht gut. Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass wir einen Punkt holen. Umso schöner“, lachte dem Routinier nach einem kuriosen und nervenaufreibenden Spiel im Gernot-Langes-Stadion doch noch das Herz. Das trägt dieses Kollektiv am richtigen Fleck: „Probiert haben wir alles.“ Und Unterhaltung wird den Fans immer geboten. Beim FAC will man am Dienstag cool punkten.
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