„Brutale Mimose“: Nachspiel für Kritik an Armin Wolf

Der ORF-Publikumsrat ernennt heute einen Nachfolger für Stiftungsrat Erich Fenninger.

„ZiB 2“-Moderator Armin Wolf.
© ORF

Innsbruck –Bevor am 1. Juni der ORF-Stiftungsrat zusammenkommt, um über die Struktur- und Standortbaustellen am Küniglberg zu diskutieren, steht heute das öffentliche Plenum des Publikumsrats auf dem Plan. Das 31-köpfige Gremium versteht sich als Sprachrohr der Gebührenzahler – sind darin doch Abgesandte unterschiedlichster Interessengruppen vertreten, um einen möglichst breiten Querschnitt der Seherschaft abzubilden.

Stellvertretender Vorsitzender des Publikumsrats ist Medienwissenschafter Peter Vitouch, der vergangene Woche für Aufsehen sorgte, als er ZiB2-Anchor Armin Wolf in den Salzburger Nachrichten ein „Interviewtraining“ empfahl und ihm „destruktiven Journalismus“ vorwarf. In der Ö1-Sendung „punkt eins“ kam es am Freitag dann zum Schlagabtausch zwischen Vitouch und Wolf, der sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzte – und von Vitouch daraufhin als „brutale Mimose“ tituliert wurde.

In der heutigen Publikumsratssitzung könnte dieser Zwist erneut zum Thema werden. Wie die Vorsitzende Ilse Brandner-Radinger gegenüber der TT erklärte, steht dieser Punkt zwar nicht auf der Tagesordnung, doch ließ sie durchklingen, dass Vitouchs Kritik an Wolf im Gremium nicht allzu gut ankam. Brandner-Radinger betonte überdies, dass Wolfs Interviewstil bislang nie eine breite Diskussion im Publikumsrat ausgelöst hätte. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass Wolf zuletzt in aller Munde war. Anfänglich, weil ORF-Manager Thomas Prantner seine Gesprächsführung ins Verhör-Eck rückte, zum anderen, weil Ex-ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner einen „Django“-Witz von Wolf zum letzten Mosaikstein für seinen politischen Rückzug erklärte.

Abseits einer möglichen Debatte um Armin Wolf wird im Publikumsrat heute auch ein Nachfolger für Erich Fenninger ernannt, der vergangene Woche seinen Rückzug aus dem Stiftungsrat bekannt gab – und diesen mit dem im ORF vorherrschenden „Stillstand“ begründete. Volkshilfe-Geschäftsführer Fenninger war einer von sechs Publikumsräten, die in den Stiftungsrat entsendet werden. Er sitzt für den Vertretungsbereich „Behinderte Menschen“ im Publikumsrat.

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Ebenfalls auf der heutigen Tagesordnung steht der Wunsch, in der ORF-TVthek ein eigenes Archiv für das Kinderprogramm anzulegen. Überdies sollen – dem Wunsch der Seher entsprechend – Sendungen künftig länger als sieben Tage in der TVthek abrufbar sein. (TT)


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