Marokkonische Behörden suchen nach Anführer von Protestbewegung
Rabat (APA/AFP) - Nach mehrmonatigen Protesten in der Rif-Region im Norden Marokkos suchen die Behörden per Haftbefehl nach einen der mutmaß...
Rabat (APA/AFP) - Nach mehrmonatigen Protesten in der Rif-Region im Norden Marokkos suchen die Behörden per Haftbefehl nach einen der mutmaßlichen Anführer. Nasser Zefzafi habe gemeinsam mit anderen Beschuldigten die Predigt eines Imams in einer Moschee in der Stadt Al-Hoceima gestört, teilte die Staatsanwaltschaft des Königreichs am Samstag zur Begründung mit.
Al-Hoceima war eine der Hochburgen der Massenproteste, die es im Zuge des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 auch in Marokko gab. Neu angeheizt wurde der Aufruhr durch den grausamen Tod eines Fischverkäufers im vergangenen Oktober. Er starb in der Presse eines Müllwagens, als er versuchte, Behördenmitarbeiter daran zu hindern, seine Ware zu zerstören.
Bei den Protesten geht es auch um den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Korruption in der von Berbern bewohnten Rif-Region. Zefzafi entwickelte sich zum Anführer der Bewegung.
Mit Mobiltelefonen gemachte Aufnahmen von den Geschehnissen in der Moschee am Freitag zeigen unter anderem, wie der Gesuchte den Imam einen „Lügner“ nennt und fragt, ob Moscheen für Gott oder die Mächtigen gebaut worden seien. Einem Verwandten zufolge entging er anschließend einer Festnahme. Am Samstag war unklar, wo er sich aufhielt.
Der auf Handy-Aufnahmen dokumentierte Tod des Fischverkäufers hatte in ganz Marokko wütende Proteste ausgelöst, in Al-Hoceima hielten diese bis zuletzt an.
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