Film und TV

Platz für Phobien und Parodien

© ORF

Vor zehn Jahren ging „Willkommen Österreich“ erstmals auf Sendung. Der Late-Night-Talk hat sich zum Dauerbrenner entwickelt.

Innsbruck –Mit der satirischen Radiosendung „Salon Helga“ (bis 2014) hatten die beiden Moderatoren Dirk Stermann und Christoph Grissemann bereits in den späten 90er-Jahren auf FM4 so etwas wie Kultstatus erlangt. Mit der Late-Night-Talkshow „Willkommen Österreich“ ist das schließlich auch im Fernsehen geglückt. Dabei standen die Vorzeichen gar nicht gut, als das Duo am 31. Mai 2007 unter dem geklauten Sendetitel „Willkommen Österreich“ ein neues Format im ORF lancierte. Schließlich sollte die neue Sendereihe ganz im Zeichen der Angst stehen.

Der gebürtige Innsbrucker Musiker Philipp Quehenberger untermalte die Show mit schaurigem E-Piano-Spiel, während Zeichner Tex Rubinowitz vorgab, im Studioschrank zu leben. Zum 10-Jahr-Jubiläum steht heute um 0.20 Uhr ein Wiedersehen mit der ersten Ausgabe von „Willkommen Österreich“ auf dem Programm, Kabarettist Josef Hader und Hofrat Max Edelbacher (ehem. Leiter des Wiener Sicherheitsbüros) waren die ersten Studiogäste.

Mit den Phobien war das Duo nach den schrägen Anfangszeiten aber bald durch, ab der zehnten Ausgabe von „Willkommen Österreich“ orientierte man sich an klassischen Late-Night-Talk-Sendungen – und landete einen Dauerbrenner.

Es sind nicht nur die salopp geführten Gespräche mit den Studiogästen, die allwöchentlich ein verlässliches TV-Publikum locken. Zu den Sendungshighlights zählen die Parodien berühmter Persönlichkeiten. Vom geliebten Ex-Präsidenten bis zu den TV-Köchen Andi und Alex – ab 23.25 Uhr ist heute eine Auswahl der schönsten Filmchen zu sehen. Auch auf YouTube konnte das deutsch-österreichische Künstlerduo damit veritable Hits landen.

Auf ORF eins steht heute die ganze Nacht im Zeichen von „Willkommen Österreich“. Den Auftakt macht eine 80-minütige Spezialausgabe (22.00 Uhr), bei der die deutsche Moderatorin Ina Müller und der Tiroler Profiler Thomas Müller zu Gast sein werden. Laut Aussendung des ORF soll Müller zu guter Letzt die Sendung analysieren und entscheiden, ob sie bedenkenlos weiter ausgestrahlt werden kann.

Mit ihrem Sinn fürs Groteske und bitterböser Satir­e greifen Grissemann und Stermann freilich manches Mal auch daneben. 2012 entschuldigten sich die beiden Kabarettisten etwa beim Fußballer David Alaba für einen Beitrag. Darin hatte Christoph Grissemann als Kunstfigur Frank Stronach rassistische Klischees verbreitet.

Nach zehn Jahren „Late Night Talk“ gilt es heute aber die Highlights zu feiern, ab 0.55 Uhr heißt es bis in die frühen Morgenstunden im ORF „Gags, Gags, Gags“ .

Das ebenfalls mit „Gags, Gags, Gags“ betitelte neue Kabarettprogramm von Grisse­mann und Stermann morgen Abend im Stromboli Hall ist bereits ausverkauft. (sire)