Lage für 2000 eingeschlossene Zivilisten in Marawi immer bedrohlicher

Marawi/Manila (APA/AFP) - In der umkämpften südphilippinischen Stadt Marawi wird die Lage für 2.000 eingeschlossene Zivilisten immer bedrohl...

Marawi/Manila (APA/AFP) - In der umkämpften südphilippinischen Stadt Marawi wird die Lage für 2.000 eingeschlossene Zivilisten immer bedrohlicher. „Sie schicken uns SMS und bitten uns um Hilfe“, sagte ein Sprecher des Krisenstabs am Montag.

Die Menschen, die in den von islamistischen Aufständischen kontrollierten Stadtgebieten festsitzen, könnten nicht fliehen, „weil sie Angst haben, an Kontrollpunkten den Bewaffneten in die Arme zu laufen“. Das philippinische Militär fliegt zudem Luftangriffe auf die Islamistengebiete.

In der 200.000-Einwohner-Stadt Marawi auf der Insel Mindanao liefern sich Islamisten, die sich zur Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekennen, seit Dienstag vergangener Woche Feuergefechte mit philippinischen Soldaten und Polizisten. Nach Behördenangaben haben die Islamisten bereits mindestens 19 Zivilisten getötet, darunter auch Frauen und Kinder. Bei den Gefechten wurden nach Militärangaben zudem 17 Sicherheitskräfte und 61 Islamisten getötet.

Die meisten Einwohner sind bereits aus Marawi geflohen. 2.000 Menschen sitzen aber in der Stadt fest. Am Montag lieferten sich die Sicherheitskräfte weiter heftige Straßenkämpfe mit den Islamisten. Das Militär bombardierte die Gebiete unter Kontrolle der Aufständischen zudem aus der Luft. Es handle sich um gezielte Luftangriffe, sagte ein Militärsprecher zur Gefahr für die eingeschlossenen Zivilisten. Das Militär werde daher weiter alle Gebiete bombardieren, in denen sich Islamisten versteckt halten.

Angesichts der Kämpfe in Marawi hatte Präsident Rodrigo Duterte am Dienstag das Kriegsrecht über die gesamte Region Mindanao verhängt. Er drohte zudem damit, die Maßnahme auf das gesamte Land auszudehnen. Zur Begründung sagte er, die IS-Miliz habe inzwischen auch im Zentrum und im Norden der Philippinen Fuß gefasst.

In den Philippinen kämpfen muslimische Aufständische seit vier Jahrzehnten gegen die Regierung des mehrheitlich katholischen Landes. Mehr als 120.000 Menschen wurden bei diesen Konflikten bereits getötet. In der Region Mindanao, die aus der gleichnamigen großen Insel und weiteren kleineren Inseln besteht, verüben Mitglieder islamistischer Gruppen in ihrem Kampf für Unabhängigkeit oder Autonomie immer wieder Anschläge.